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Kartell-​Vorwürfe: ACV for­dert, Verbraucher-​Rechte zu stär­ken

Köln, 24.07.2017. Die Bericht­er­stat­tung vom ver­gan­ge­nen Wochen­ende über ille­gale Preis­ab­spra­chen der deut­schen Auto­mo­bil­in­dus­trie liest sich wie das Dreh­buch eines neuen Polit­thril­lers. Wenn sich die Kartell-​Vorwürfe gegen die deut­schen Auto­bauer bestä­ti­gen, steht Deutsch­land vor einem der größ­ten Wirt­schafts­skan­dale der letz­ten 50 Jahre. „Das Schwei­gen der Kon­zerne zu den Vor­wür­fen ist kaum aus­zu­hal­ten“, ärgert sich Jür­gen Kog­lin, ver­kehrs­po­li­ti­scher Spre­cher des ACV Automobil-​Club Ver­kehr.

Auto­in­dus­trie hat ihre Glaub­wür­dig­keit ver­spielt

Erst der Diesel-​Skandal, dann der Dis­kurs über Diesel-​Fahrverbote in Innen­städ­ten, jetzt der Ver­dacht rechts­wid­ri­ger Preis­ab­spra­chen: Die Auto­in­dus­trie hat ihre Glaub­wür­dig­keit ver­spielt“, fasst Kog­lin zusam­men. Ver­brau­cher wur­den mut­maß­lich über Jahr­zehnte belo­gen, dem­ent­spre­chend groß sind die Ver­un­si­che­rung und der Ärger, wie das Anruf­auf­kom­men beim ACV am heu­ti­gen Mon­tag­vor­mit­tag bestä­tigt.

Der Mit­glie­der­ser­vice regis­triert der­zeit ein erhöh­tes Tele­fonauf­kom­men von rund 20 Pro­zent. Die Mehr­heit der ACV Mit­glie­der will wis­sen, was die ver­meint­li­chen Kartell-​Absprachen für Auto­käu­fer kon­kret bedeu­ten. Zudem spielt die Frage eine Rolle, wie man sich gegen ver­mut­lich zu hohe Kauf­preise nach­träg­lich weh­ren kann.

Stand heute ist die Dimen­sion der Abspra­chen zwi­schen den deut­schen Auto­her­stel­lern noch nicht abseh­bar. „Wir sind auf alles gefasst“, sagt Kog­lin. „Die Dreh­tür zwi­schen Poli­tik und Wirt­schaft nährt das Miss­trauen, die Regie­run­gen hät­ten seit den Neun­zi­gern angeb­lich nichts von den Ver­ein­ba­run­gen gewusst.“ Zudem sei erstaun­lich, so Kog­lin wei­ter, dass Fach­ver­bän­den, wie dem Ver­band der Deut­schen Auto­mo­bil­in­dus­trie (VDA), das Ver­hal­ten der Kon­zerne nicht auf­ge­fal­len sei.

Recht der Ver­brau­cher stär­ken – Mus­ter­klage zulas­sen

Aus Sicht des ACV muss Auto­käu­fern end­lich die Macht­lo­sig­keit gegen die Auto­in­dus­trie genom­men wer­den, daher unter­stützt der Auto­mo­bil­club die For­de­rung der Ver­brau­cher­zen­trale einer Mus­ter­klage auf Bun­des­ebene zuzu­las­sen. „Aus gege­be­nem Anlass muss das Recht der Ver­brau­cher, sich gegen die Auto­in­dus­trie zu weh­ren und Schadenersatz-​Ansprüche gel­tend zu machen, zwin­gend gestärkt wer­den“, sagt der ver­kehrs­po­li­ti­sche Spre­cher.

Der ACV for­dert die Poli­tik dazu auf, schnellst­mög­lich alle juris­ti­schen Mög­lich­kei­ten aus­zu­schöp­fen, um straf­recht­li­che Kon­se­quen­zen für die betrof­fe­nen Auto­kon­zerne zu prü­fen, sofern sich die Kartell-​Absprachen bestä­ti­gen.


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„Es ist erstaun­lich, dass Fach­ver­bän­den wie dem VDA das Ver­hal­ten der Kon­zerne nicht auf­ge­fal­len ist.„
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