| Rubrik: Pres­se­mit­tei­lun­gen emp­feh­len

BGH-​Urteil: Anspruch auf vol­len Scha­den­er­satz auch ohne Fahr­rad­helm

In der Ent­schei­dung des BGH heißt es: „Zwar kann einem Geschä­dig­ten auch ohne einen Ver­stoß gegen Vor­schrif­ten haf­tungs­recht­lich ein Mit­ver­schul­den anzu­las­ten sein, wenn er die­je­nige Sorg­falt außer acht lässt, die ein ordent­li­cher und ver­stän­di­ger Mensch zur Ver­mei­dung eige­nen Scha­dens anzu­wen­den pflegt. Dies wäre hier zu beja­hen, wenn das Tra­gen von Schutz­hel­men zur Unfall­zeit nach all­ge­mei­nem Ver­kehrs­be­wusst­sein zum eige­nen Schutz erfor­der­lich und zumut­bar gewe­sen wäre. Ein sol­ches Ver­kehrs­be­wusst­sein hat es jedoch zum Zeit­punkt des Unfalls der Klä­ge­rin noch nicht gege­ben.“

Der rich­ter­li­chen Ent­schei­dung aus Karls­ruhe liegt das Urteil des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Schleswig-​Holstein zugrunde. Der BGH gab einer Rad­fah­re­rin recht, die bei einem Ver­kehrs­un­fall schwere Kopf­ver­let­zun­gen davon­trug. Die Auto­fah­re­rin eines am Stra­ßen­rand gepark­ten Autos hatte unmit­tel­bar als die Frau an ihr vor­bei­fuhr die Tür geöff­net. Die Geschä­digte ver­langte von der Auto­fah­re­rin und deren Ver­si­che­rung Scha­den­er­satz. Das OLG Schles­wig hat der Rad­fah­re­rin im Juni 2013 eine 20-​prozentige Mit­schuld an ihren Ver­let­zun­gen gege­ben.

ACV appel­liert an Eigen­ver­ant­wor­tung

Fast acht von zehn Kin­dern unter zehn Jah­ren tra­gen heute beim Rad­fah­ren einen Helm. Doch im Teen­ager­al­ter sinkt die Quote dras­tisch. Erst bei den über 61-​Jährigen nimmt die Anzahl der­je­ni­gen, die einen Helm auf­set­zen, wie­der zu. Das Tra­gen von Schutz­hel­men, das steht außer Frage, min­dert oder ver­hin­dert sogar Kopf– und Hirn­ver­let­zun­gen bei Unfäl­len. Der ACV appel­liert an die Ver­nunft jeden Fahr­rad­fah­rers und for­dert sie dazu auf, sich im Stra­ßen­ver­kehr eigen­ver­ant­wort­lich zu schüt­zen.

Helm­pflicht in Europa

Die Bestim­mun­gen in ande­ren euro­päi­schen Län­dern unter­schei­den sich durch­aus von den deut­schen Ver­kehrs­re­geln. Der fran­zö­si­sche und grie­chi­sche Gesetz­ge­ber schreibt das Tra­gen eines Hel­mes vor. Wer in Spa­nien, der Slo­wa­kei, und Ungarn mit dem Fahr­rad unter­wegs ist, der sollte außer­halb geschlos­se­ner Ort­schaf­ten nicht auf den Fahr­rad­helm ver­zich­ten. In Tsche­chien und Schwe­den gilt die Helm­pflicht für Kin­der bis 15 Jah­ren, in Kroa­tien für Kin­der und Jugend­li­che unter 16 Jah­ren. Bei Dun­kel­heit und in Tun­neln ist der Helm in Ita­lien ver­pflich­tend.