Profiltiefe Winterreifen

Checkliste sichere Winterreifen: Profiltiefe & Luftdruck

Bei win­ter­li­chen Ver­hält­nis­sen soll­ten Sie immer mit Rei­fen unter­wegs sein, die noch gut in Schuss sind. Die Pro­fil­tiefe ist dabei ent­schei­dend, aber auch den rich­ti­gen Luft­druck der Rei­fen soll­ten Sie regel­mä­ßig che­cken. Die ACV Check­liste mit Anlei­tun­gen hilft Ihnen dabei.

Wenn im Herbst wie­der der jähr­li­che Wech­sel auf Win­ter­rei­fen ansteht, ist die Gele­gen­heit güns­tig, die Rei­fen auf ihren Zustand zu prü­fen. Wer die Rei­fen in der Werk­statt mon­tie­ren lässt, bekommt die­sen Ser­vice meist gleich mit­ge­lie­fert. Wer aber selbst die Rei­fen wech­selt, sollte sich vor der Mon­tage ver­ge­wis­sern, dass die Rei­fen noch in Ord­nung sind. Wir erklä­ren Ihnen, wor­auf Sie dabei ach­ten müs­sen.

Check 1: Ist die Pro­fil­tiefe noch in Ord­nung?

Profiltiefe Winterreifen
Neue Win­ter­rei­fen brin­gen im Schnitt eine Pro­fil­tiefe von 89 mm mit.

Die Pro­fil­tiefe sorgt dafür, dass das Auto eine gute Boden­haf­tung hat. Die Pro­fil­ril­len der Lauf­flä­che eines Rei­fens ver­drän­gen Matsch, Schnee und Regen zwi­schen Rei­fen und Straße, sodass Sie immer aus­rei­chend Boden­kon­takt zum Brem­sen, Beschleu­ni­gen und Len­ken haben. Sind diese Pro­fil­ril­len abge­fah­ren, dre­hen die Räder durch, das Fahr­zeug lässt sich nicht mehr rich­tig len­ken und brem­sen. Die Pro­fil­tiefe ist also nicht nur bei Win­ter­rei­fen wich­tig, son­dern gen­rell bei allen Rei­fen.

Min­dest­pro­fil­tiefe

Win­ter­rei­fen haben ein beson­de­res Lamellen-​Profil, das bei Schnee und Eis bes­ser greift. Das Rei­fen­pro­fil von Win­ter­rei­fen zeich­net sich durch mehr Pro­fil­ril­len aus und auf den Pro­fil­blö­cken der Lauf­flä­che befin­den sich Lamel­len, feine zick­zack­för­mige Ein­schnitte. Die Pro­fil­tiefe von Win­ter­rei­fen ist bei schlech­ten Wit­te­rungs­be­din­gun­gen ent­schei­dend – abge­fah­rene Win­ter­rei­fen nüt­zen wenig.

Die gesetz­lich vor­ge­schrie­bene Pro­fil­tiefe von Win­ter­rei­fen ist gleich der vor­ge­schrie­be­nen Pro­fil­tiefe für Som­mer­rei­fen: 1,6 mm. Wer mit weni­ger von der Poli­zei erwischt wird, muss ein Buß­geld zah­len. Aller­dings emp­feh­len wir aus Sicher­heits­grün­den, Rei­fen bereits bei Unter­schrei­tung von 4 mm aus­zu­tau­schen, um gute Haf­tung bei win­ter­li­cher Fahr­bahn zu garan­tie­ren.

Die fol­gende Über­sicht zeigt, wie sich die Winterreifen-​Profiltiefe auf den Brems­weg bei schnee­be­deck­ter Fahr­bahn aus­wirkt (Geschwin­dig­keit 50 km/​h):

Pro­fil­tiefe Brems­weg auf Schnee
8 mm 26 m
3 mm 32 m
1,6 mm 38 m

Die Tabelle zeigt: Bereits bei einer Inner­orts erlaub­ten Geschwin­dig­keit von 50 km/​h lie­gen zehn Meter Unter­schied zwi­schen der gesetz­lich erlaub­ten Min­dest­pro­fil­tiefe und der Pro­fil­tiefe von neuen Rei­fen! Bei einer plötz­li­chen Gefahr auf der Fahr­bahn, etwa ein Wild­tier, ein quer­ste­hen­des Fahr­zeug oder ein spie­len­des Kind, ent­schei­det jeder Meter mehr oder weni­ger beim Brems­weg dar­über, ob das Fahr­zeug mit dem Hin­der­nis kol­li­diert. Che­cken Sie also vor dem Rei­fen­wech­sel unbe­dingt die Pro­fil­tiefe der bis­he­ri­gen Rei­fen.

Anlei­tung: Pro­fil­tiefe ermit­teln

Die Pro­fil­tiefe von Win­ter­rei­fen kön­nen Sie auf ver­schie­de­nen Wegen ermit­teln:

  • Die Pro­fil­tiefe kann mit­hilfe eines Profiltiefen-​Prüfers gemes­sen wer­den, den es in Auto­werk­stät­ten oder beim Fach­händ­ler zu erwer­ben gibt und der ein­fach zu bedie­nen ist.
  • Zudem kön­nen Sie auch einen Zoll­stock ver­wen­den und die­sen mit­tig der Lauf­flä­che in ver­schie­de­nen Pro­fil­ril­len anset­zen und die Mil­li­me­ter able­sen.
  • Die dritte Vari­ante ist mit­un­ter die ein­fachste und schnellste: Eine 1-​Euro-​Münze zur Hand neh­men und mit­tig in die Pro­fil­ril­len ste­cken. Der Mes­sin­grand beträgt 3 mm. Sofern der Rand nicht sicht­bar ist, haben Sie noch genug Pro­fil. Ist er aller­dings sicht­bar oder nur knapp unter der Ober­flä­che des Pro­fils, sollte der Rei­fen aus­ge­tauscht wer­den.
  • Zudem wird star­ker Abrieb auch am Rei­fen sicht­bar, sobald die Min­dest­pro­fil­tiefe erreicht wurde. Aller­dings sind diese mit­un­ter unge­nau. Emp­feh­lens­wert sind daher die drei ande­ren Wege.

Check 2: Ist der Luft­druck aus­rei­chend?

reifendruck
Rei­fen­druck mes­sen geht ein­fach und sollte zur regel­mä­ßi­gen Gewohn­heit wer­den.

Der Luft­druck wird von Auto­fah­rern häu­fig ver­nach­läs­sigt. Doch bei zu nied­ri­gem oder zu hohem Luft­druck gehen Sie erheb­li­che Sicher­heits­ri­si­ken ein. Die Fol­gen von fal­schem Luft­druck kön­nen Ihre Fahr­si­cher­heit deut­lich ver­schlech­tern: der Grip sinkt und die Gefahr, ins Schleu­dern zu gera­ten, steigt. Zudem führt ein zu nied­ri­ger Rei­fen­druck zu einem erhöh­ten Ver­schleiß der Rei­fen und inef­fi­zi­en­tem Sprit­ver­brauch.

Bei min­des­tens jedem vier­ten Tank­vor­gang oder ein­mal pro Monat soll­ten Sie den Luft­druck Ihrer Rei­fen über­prü­fen. Mög­lich ist dies an fast allen Tank­stel­len. Wie hoch der Luft­druck sein sollte, hängt von den Rei­fen ab, auch die Anzahl der Insas­sen und die Bela­dung spie­len eine Rolle.

Wer ein Fahr­zeug mit RDKS-​Funktion fährt, hat hier einen Vor­teil. RDKS steht für Rei­fen­druck­kon­troll­sys­tem. Die­ses ist seit Novem­ber 2014 Pflicht bei jedem Neu­wa­gen in der EU, aller­dings müs­sen ältere Fahr­zeuge nicht nach­ge­rüs­tet wer­den. Das RDKS kon­trol­liert auto­ma­tisch den Druck der Rei­fen und warnt bei Abwei­chun­gen. Diese wer­den ent­we­der direkt im Cock­pit ange­zeigt oder eine Warn­leuchte blinkt auf.

Ob Sie nun manu­ell den Rei­fen­druck prü­fen oder sich mit Sys­tem­un­ter­stüt­zung war­nen las­sen wenn der Druck zu nied­rig ist: Den Rei­fen­druck zu prü­fen und wie­der auf das kor­rekte Niveau zu brin­gen ist ein­fach. Wir zei­gen Ihnen, wie dies in weni­gen Minu­ten gelingt.

Anlei­tung: Rei­fen­druck kon­trol­lie­ren

In nur sechs Schrit­ten kön­nen Sie ganz ein­fach den Rei­fen­druck kon­trol­lie­ren und regeln.

  1. Lesen Sie den opti­ma­len Rei­fen­druck für Ihr Fahr­zeug im Tank­de­ckel oder der A-​Säule des Autos nach.
  2. Dre­hen Sie die Ven­til­kap­pen ab und legen Sie diese an einen siche­ren Ort.
  3. Schlie­ßen Sie den Luft­schlauch an das Ven­til an.
  4. Lesen Sie am Mano­me­ter den Luft­druck ab – durch leich­ten Druck auf Plus oder Minus regu­lie­ren Sie den Luft­druck.
  5. Schlie­ßen Sie die Ven­tile wie­der gut mit den Kap­pen.
  6. Kon­trol­lie­ren Sie so alle vier Rei­fen, evtl. ebenso das Ersatz­rad.

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