Dienstfahrrad

Schmerzensgeld nach Fahrradunfall – das steht Ihnen zu!

Ein Fahr­rad­un­fall kann Rad­fah­rer schwer ver­let­zen — beson­ders, wenn ein Pkw invol­viert ist. Wir geben Ihnen eine Über­sicht wann und wie viel Schmer­zens­geld Ihnen zusteht.

Schmer­zens­geld nach Fahr­rad­un­fall

Fahrrad in der Stadt

Rad­fah­rer sind im Stra­ßen­ver­kehr häu­fig Opfer leich­te­rer und schwe­rer Ver­let­zun­gen. Die Ursa­che liegt auf der Hand:

Wäh­rend Auto­fah­rer von einer Knautsch­zone geschützt wer­den, haben Rad­fah­rer im bes­ten Fall nur einen Helm, der ihren Kopf schützt.

Aber auch ein Helm kann schwere Ver­let­zun­gen nicht immer ver­hin­dern. Nach einem Unfall mit einem Pkw stellt sich daher für viele Rad­fah­rer die Frage:

Habe ich Anspruch auf Schmer­zens­geld?

Ein Schmer­zens­geld kommt dann in Betracht, wenn das Unfall­op­fer durch einen ande­ren Ver­kehrs­teil­neh­mer ver­letzt wird: Das kann durch einen Zusam­men­stoß sein, aber auch durch einen Sturz, der durch das Fehl­ver­hal­ten ande­rer Ver­kehrs­teil­neh­mer ver­ur­sacht wurde.

Wich­tig: Auch, wenn Sie als Rad­fah­rer den Unfall mit ver­ur­sacht haben, kann sich ein Anspruch auf Schmer­zens­geld gegen­über der betei­lig­ten Per­son erge­ben.

hinweisTipp

Recht­li­che Erklä­rung „Schmer­zens­geld“

Recht

Das Bür­ger­li­che Gesetz­buch regelt in § 253 den Scha­dens­er­satz für soge­nannte imma­te­ri­elle Schä­den. Das sind die Schä­den, die kei­nen Sach­scha­den dar­stel­len und die der Geschä­digte an Rechts­gü­tern wie der kör­per­li­chen Unver­sehrt­heit, der Gesund­heit, der Frei­heit oder der sexu­el­len Selbst­be­stim­mung erlei­det.

Er wird auch als Schmer­zens­geld bezeich­net und soll einen Aus­gleich her­stel­len für das, was dem Opfer zuge­fügt wurde.

Wie hoch ist das Schmer­zens­geld nach einem Fahr­rad­un­fall?

Die Höhe des Schmer­zens­gel­des ist nicht durch das Gesetz vor­ge­ge­ben. Sie rich­tet sich nach den Umstän­den des kon­kre­ten Ein­zel­fal­les und wird durch unter­schied­li­che Para­me­ter beein­flusst.

Dazu gehö­ren zum Bei­spiel:

  • Aus­maß der kör­per­li­chen Ver­let­zung
  • Aus­maß der psy­chi­schen Fol­gen
  • Dauer des Kran­ken­haus­auf­ent­hal­tes
  • Dauer und Aus­maß der Behand­lun­gen
  • Fol­gen für die Arbeits­fä­hig­keit
  • Fol­gen für die gesamte beruf­li­che Situa­tion
  • blei­bende Schä­den kör­per­li­cher oder psy­chi­scher Art

Schmer­zens­geld­ta­bel­len geben einen ers­ten Anhalts­punkt dar­über, was Sie an Schmer­zens­geld erwar­ten kön­nen, wenn Sie das Opfer eines Fahr­rad­un­falls gewor­den sind.

Sie lei­ten sich aus der Recht­spre­chung ab und beru­hen daher auf Ent­schei­dun­gen zum Schmer­zens­geld, das in der Ver­gan­gen­heit den Geschä­dig­ten zuge­spro­chen wurde.

 

Kei­nen Helm getra­gen – wie wirkt sich das auf das Schmer­zens­geld aus?

Fahrradunfall

Grund­sätz­lich besteht in Deutsch­land für Fahr­rad­fah­rer keine Helm­pflicht.

Den­noch hat es in der Ver­gan­gen­heit Urteile gege­ben, bei denen Rad­ler, die ohne Helm unter­wegs waren, eine Mit­schuld tra­gen muss­ten. Ins­be­son­dere, wenn ein Helm die Ver­let­zun­gen hätte ver­hin­dern oder redu­zie­ren kön­nen. Trug der Fahr­rad­fah­rer eine Teil­schuld am Fahr­rad­un­fall, ver­rin­gerte sich damals die Höhe des Schmer­zens­gel­des ent­spre­chend.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat 2014 diese Vor­ge­hens­weise wider­legt und ent­schie­den, dass auch bei feh­len­dem Helm keine Mit­schuld des Fahr­rad­fah­rers ange­nom­men wer­den kann – eine dar­auf beru­hende Ver­rin­ge­rung des Schmer­zens­gel­des ist damit unzu­läs­sig. Es dür­fen dem­nach keine Kür­zun­gen beim Scha­dens­er­satz und beim Schmer­zens­geld vor­ge­nom­men wer­den, nur weil der Fahr­rad­fah­rer kei­nen Helm getra­gen hat.

Ande­res gilt nur bei ambi­tio­nier­ten Sport­fah­rern, die sich auch außer­halb von Renn­sport­ver­an­stal­tun­gen beson­de­ren Risi­ken aus­set­zen.

Hat mein eige­nes Fehl­ver­hal­ten im Stra­ßen­ver­kehr Ein­fluss auf das Schmer­zens­geld nach einem Fahr­rad­un­fall?

Im All­tag haben Sie mit Sicher­heit schon ein­mal bewusst oder unbe­wusst eine Ver­kehrs­re­gel gebro­chen.

Wenn es dann zu einem Fahr­rad­un­fall kommt, kann das eine Mit­schuld begrün­den – diese hat auch haf­tungs­recht­li­che Kon­se­quen­zen.

Ver­sto­ßen Sie als Fahr­rad­fah­rer gegen die Ver­kehrs­re­geln, haf­ten Sie gemein­sam mit den ande­ren Betei­lig­ten für das Unfall­ge­sche­hen. Das Schmer­zens­geld wird dann pro­zen­tual gemin­dert. Als Fehl­ver­hal­ten zählt zum Bei­spiel:

  • Miss­ach­tung des Rechts­fahr­ge­bo­tes
  • Miss­ach­tung von Licht­zei­chen­an­la­gen
  • Miss­ach­tung der Vor­fahrts­re­geln
  • Miss­ach­tung von Ver­kehrs­zei­chen
hinweisACV Vor­teil

Juris­ti­sche Erst­be­ra­tung für ACV Mit­glie­der

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Ob Auto­fah­rer, Fuß­gän­ger oder Fahr­rad­fah­rer: Bei recht­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen rund um den Stra­ßen­ver­kehr emp­fiehlt es sich, vor Ein­lei­tung von juris­ti­schen Schrit­ten zunächst ein­mal eine kos­ten­lose Erst­be­ra­tung durch einen Anwalt zu nut­zen. Diese hilft dabei, das Kosten-​​Nutzen-​​Verhältnis eines Ver­fah­rens abzu­wä­gen. So kann in aller Ruhe geprüft wer­den, ob sich der büro­kra­ti­sche Akt tat­säch­lich lohnt.

ACV Mit­glie­der erhal­ten über unse­ren Part­ner KLUGO eine kos­ten­lose recht­li­che Erst­be­ra­tung und kön­nen sofort eine Erstein­schät­zung durch einen kom­pe­ten­ten Fach­an­walt bekom­men. Hier geht’s zur Rechts­be­ra­tung für ACV Mit­glie­der.