Das können Sie bei Sachschäden mit Fahrerflucht unternehmen

Sachschaden nach Fahrerflucht – Was tun?

Haben Sie einen Sach­scha­den am eige­nen Auto ent­deckt, der Täter hat jedoch Fah­rer­flucht began­gen? Fah­rer­flucht wird in Deutsch­land straf­recht­lich ver­folgt. Erfah­ren Sie hier, was Sie als Geschä­dig­ter tun kön­nen.

Kaputter RückspiegelFah­rer­flucht ist nach deut­schem Recht eine Straf­tat und im all­täg­li­chen Stra­ßen­ver­kehr schnell pas­siert: Nach einem hek­ti­schen Tag ent­de­cken Sie auf dem Supermarkt-​Parkplatz eine Delle in Ihrem Wagen, es fin­det sich jedoch nie­mand, der sich zu dem Sach­scha­den bekennt. Eben­falls ein Klas­si­ker: Der abge­fah­rene Außen­spie­gel am abge­stell­ten Fahr­zeug – und weit und breit kein Täter zu sehen. Umgangs­sprach­lich spre­chen wir in die­sem Fall von Unfall– oder Fah­rer­flucht.

Hier erfah­ren Sie, was Sie als Geschä­dig­ter unter­neh­men kön­nen und wel­che straf­recht­li­chen Kon­se­quen­zen bei Fah­rer­flucht grei­fen.

Tipps für Geschä­digte

Für den Geschä­dig­ten ist Fah­rer­flucht mit Sach­scha­den ärger­lich. Aber was kön­nen Sie tun, wenn Sie einen Scha­den an Ihrem Auto ent­de­cken? Zunächst emp­fiehlt es sich, die Poli­zei zu kon­tak­tie­ren. In güns­ti­gen Fäl­len kann diese Ihnen direkt hel­fen, weil sich der Täter inner­halb der 24-​Stunden-​Frist bereits gemel­det hat. Ansons­ten kön­nen Sie eine Anzeige gegen Unbe­kannt erstel­len, ohne Zeu­gen hat diese aber lei­der keine guten Aus­sich­ten auf Erfolg. Aus die­sem Grund ist das Auf­spü­ren von Zeu­gen so wich­tig bei einem Sach­scha­den mit Fah­rer­flucht. Rele­vant für den Geschä­dig­ten sind übri­gens nur das andere Fahr­zeug und der Hal­ter, nicht jedoch der Fahr­zeug­füh­rer.

Wenn der Täter ermit­telt wer­den kann, über­nimmt des­sen Haft­pflicht­ver­si­che­rung die Kos­ten des Scha­dens. Zeu­gen kön­nen dabei hel­fen, den Anspruch vor der Ver­si­che­rung durch­zu­set­zen. Falls es keine Zeu­gen gibt, kann das Fremd­ver­schul­den gegen­über der Ver­si­che­rung auch mit einem Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten bewie­sen wer­den.

Scha­den ent­deckt? So gehen Sie vor:

  • Poli­zei kon­tak­tie­ren
  • Vor Ort nach Zeu­gen suchen
  • Wenn der Täter sich nicht nach 24 Stun­den gemel­det hat, kön­nen Sie Anzeige gegen Unbe­kannt erstat­ten
  • Ggf. Gut­a­chen eines Sach­ver­stän­di­gen erstel­len las­sen
  • Ggf. Vollkasko-​Versicherung infor­mie­ren

Wenn der Täter nicht gefun­den wird, blei­ben Sie in vie­len Fäl­len auf den Kos­ten sit­zen.

ACV Mit­glie­der erhal­ten jedoch über die Club­hil­fen finan­zi­elle Unter­stüt­zung etwa bei Park­schä­den – für wel­che Schä­den die ACV Club­hilfe genau auf­kommt, lesen Sie im ACV Sicher­heits­pa­ket.

Habe ich Fah­rer­flucht began­gen?

Wer sich „uner­laubt vom Unfall­ort ent­fernt“, macht sich laut Para­graph 142 StGB schul­dig. Dem­nach begeht jeder Unfall­be­tei­ligte eine Fah­rer­flucht, der nach einem Unfall den ande­ren Betei­lig­ten und Geschä­dig­ten nicht seine Kon­takt– oder Ver­si­che­rungs­da­ten hin­ter­lässt oder nicht zumin­dest eine ange­mes­sene Zeit auf jeman­den gewar­tet hat, um genau dies zu tun.

Ein Unfall­be­tei­lig­ter ist jeder, der durch sein Ver­hal­ten zu einem Unfall beige­tra­gen hat. Dazu zählt bei­spiels­weise auch ein Bei­fah­rer, der dem Fah­rer in das Lenk­rad greift, oder ein Rad­fah­rer, der sich nicht an die Vor­fahrts­re­geln hält.

Die ange­mes­sene War­te­zeit vari­iert je nach Schwere des Unfalls: Bei einem Parkremp­ler sind 15 bis 30 Minu­ten War­te­zeit zumut­bar, ein grö­ße­rer Scha­den erfor­dert War­ten von zwei Stun­den. Schrift­li­che Noti­zen am Fahr­zeug haben vor Gericht übri­gens keine Rele­vanz.

Außer­dem gilt die 24-​Stunden-​Regel. Diese besagt, dass sich jeder, der sich ent­schul­dig­ter Weise nach einer gewis­sen Zeit vom Unfall­ort ent­fernt hat, inner­halb der nächs­ten 24 Stun­den bei der Poli­zei mel­den muss. Bei klei­ne­ren Sach­schä­den reicht die­ses Pro­ze­dere meis­tens aus, um straf­mil­dernde Wir­kung zu erhal­ten.

Eben­falls posi­tiv ver­merkt in Hin­blick auf das Straf­maß wer­den Selbst­an­zei­gen.

Fah­rer­flucht – diese Stra­fen dro­hen

Lei­der gibt es gerade bei Sach­schä­den eine hohe Fahrerflucht-​Dunkelziffer. Sollte jedoch auf­ge­klärt wer­den, wer an dem Unfall betei­ligt war, muss der Flüch­tige mit ver­schie­de­nen Stra­fen rech­nen. Zum einen kann es zu hohen Geld­stra­fen und Scha­dens­er­satz­zah­lun­gen kom­men. Zum ande­ren kann der Geflüch­tete seine Fahr­er­laub­nis ver­lie­ren oder zumin­dest ein tem­po­rä­res Fahr­ver­bot erteilt bekom­men.

Je nach Schwere des Unfalls kann den Täter sogar eine Frei­heits­strafe von bis zu drei Jah­ren erwar­ten. Da es sich bei Fah­rer­flucht um einen A-​Verstoß, also einen schwer­wie­gen­den Ver­stoß des Ver­kehrs­rechts han­delt, erwar­ten Fahr­an­fän­ger eine Ver­län­ge­rung der Pro­be­zeit und ein Auf­bau­se­mi­nar.