| Rubrik: Pres­se­mit­tei­lun­gen emp­feh­len

Todes­ri­siko im Bus vier­mal höher als bei der Bahn

Der euro­pa­weite Stra­ßen­ver­kehr löscht Jahr für Jahr eine Klein­stadt aus.“ Dass die Zahl der Toten ver­läss­lich und schein­bar auto­ma­tisch immer wei­ter sinke, sei kein Selbst­läu­fer. „Wie die Jahre 2014 und 2011 bewei­sen, müs­sen Bund, Län­der und Kom­mu­nen erhöhte Anstren­gun­gen unter­neh­men“, sagte Metz­ler.

Um die stei­gen­den Unfall­zah­len zu erklä­ren, rei­che ein Ver­weis auf das schöne Wet­ter im Früh­ling oder „über­höhte Geschwin­dig­keit“, die tra­di­tio­nelle Unfall­ur­sa­che Num­mer eins, nicht aus. „Wir glau­ben, dass Smart­pho­nes im Stra­ßen­ver­kehr ein wesent­li­cher Fak­tor sind, der auch erklärt, warum die Zahl der Ver­kehrs­to­ten bei den 15 bis 18-​jährigen um 22 Pro­zent zuge­nom­men hat“, sagte Metz­ler. „Sel­fies und Face­book beim Auto­fah­ren bedeu­ten eine gefähr­li­che Blind­fahrt von meh­re­ren Sekun­den. Der ACV for­dert den Gesetz­ge­ber auf, sich mit der zuneh­men­den Zahl an Ver­kehrs­un­fäl­len zu befas­sen, die chat­tende, sur­fende oder foto­gra­fie­rende Auto­fah­rer ver­ur­sa­chen“, sagte der ACV-​Geschäftsführer und kri­ti­sierte, dass Poli­zei und Sta­tis­tik bis­lang die Rolle von Han­dys im Unfall­ge­sche­hen nicht doku­men­tie­ren.

Über­all in Europa ist Bahn­fah­ren siche­rer als Auto­fah­ren. Auch in Deutsch­land hält die Bahn ihren Spit­zen­platz als sichers­tes Ver­kehrs­mit­tel. Nach Berech­nun­gen der Alli­anz pro Schiene war im deut­schen Zehn­jah­res­schnitt von 2004 bis 2013 das Todes­ri­siko für Insas­sen eines Pkw 58-​mal höher als für Bahn­rei­sende.

Wäh­rend der Bus in puncto Sicher­heit eben­falls deut­lich vor dem Pkw liegt, bleibt der Abstand zwi­schen Bus und Bahn den­noch spür­bar: Das Todes­ri­siko für Bus­rei­sende ist im Ver­gleich zur Bahn knapp vier­mal höher, das Ver­let­zungs­ri­siko liegt 33,3-mal über dem der Bahn. „Für unsere all­täg­li­che Mobi­li­tät ist die Eisen­bahn das mit Abstand sicherste Ver­kehrs­mit­tel“, sagte der Geschäfts­füh­rer der Alli­anz pro Schiene, Dirk Flege. „Die im Koali­ti­ons­ver­trag von Union und SPD ange­strebte Ver­kehrs­ver­la­ge­rung von der Straße auf die Schiene spielt nicht nur eine kli­ma­po­li­ti­sche Rolle. Der Sicher­heits­vor­teil ist ein zwei­tes wich­ti­ges Argu­ment für das Sys­tem Eisen­bahn“, sagte der Alli­anz pro Schiene-​Geschäftsführer.

Beim Ver­gleich der Opfer­zah­len von Schiene und Straße liegt Deutsch­land in der mehr­jäh­ri­gen euro­päi­schen Betrach­tung auf den guten vor­de­ren Plät­zen. Im EU-​Durchschnitt 2005 bis 2012 star­ben 3,6 Pkw-​Insassen pro Mil­li­arde Per­so­nen­ki­lo­me­ter, in Deutsch­land waren es 2,6 getö­tete Auto­fah­rer.

Dem­ge­gen­über stan­den euro­pa­weit 0,14 getö­tete Bahn­rei­sende. Mit 0,04 Toten war Deutsch­land im Schnitt von 2005 bis 2012 deut­lich bes­ser als der euro­päi­sche Durch­schnitt. „In kei­nem euro­päi­schen Land ist Auto­fah­ren siche­rer als Bahn­fah­ren“, sagte Alli­anz pro Schiene-​Geschäftsführer Flege. Am gefähr­lichs­ten leben Auto­fah­rer im Osten Euro­pas: in Rumä­nien (durch­schnitt­lich 14 Tote), Lett­land (10) oder Ungarn (9) sind pro Mil­li­arde Per­so­nen­ki­lo­me­ter die meis­ten Todes­op­fer unter den Auto­in­sas­sen zu bekla­gen.