| Rubrik: Pres­se­mit­tei­lun­gen emp­feh­len

Raser im Visier: Bun­des­wei­ter Blitz­ma­ra­thon

Was hält der ACV gene­rell von dem groß ange­leg­ten Blitz­ma­ra­thon? Ist das eine sinn­volle Maß­nahme?

Wage­ner: „In den ers­ten sechs Mona­ten des Jah­res 2014 sind deut­lich mehr Men­schen bei Ver­kehrs­un­fäl­len ums Leben gekom­men als im ers­ten Halb­jahr des Vor­jah­res. Des­halb unter­strei­chen wir, dass sol­che Ver­kehrs­kon­trol­len ihren wich­ti­gen Bei­trag haben zur Erhal­tung der Ver­kehrs­si­cher­heit. Der bun­des­weite Blitz­ma­ra­thon ist ein wich­ti­ger Bestand­teil einer Gesamt­stra­te­gie. Über­höhte Geschwin­dig­keit ist die Ursa­che für jedes dritte Todes­op­fer im Stra­ßen­ver­kehr.

Wo wird denn am 18. Sep­tem­ber über­all geblitzt?

Wage­ner: „Die Kon­trol­len fin­den von 6 Uhr mor­gens 24 Stun­den lang an über 8.000 Stel­len bun­des­weit statt. Vor­rang haben Gefah­ren­punkte vor Schu­len, Kin­der­gär­ten und Kran­ken­häu­sern. Die Mess­stel­len wer­den vorab im Inter­net und in Medien ver­öf­fent­licht. Es geht nicht darum mög­lichst viele Knöll­chen zu ver­tei­len, son­dern es geht wirk­lich um erhöhte Sen­si­bi­li­tät für das Thema Ver­kehrs­si­cher­heit bei den Auto­fah­rern zu erzie­len.“

Viele Auto­fah­rer beschwe­ren sich oft, dass die Poli­zei an Stel­len lasert, wo sich am meis­ten Geld machen lässt und nicht da, wo viele Unfälle pas­sie­ren? Stimmt das?

Wage­ner: „Aus unse­rer Sicht ist das ein Ein­druck, der täuscht. Beim dies­jäh­ri­gen bun­des­wei­ten Blitz­ma­ra­thon wur­den vorab auch Kin­der und Jugend­li­che gebe­ten, Vor­schläge zu machen, wo ist es sinn­voll ist Kon­trol­len durch­zu­füh­ren und man kann gene­rell sagen, dass die Poli­zei fast aus­schließ­lich nur dort kon­trol­liert, wo Unfall­schwer­punkte waren oder wo sie es auch noch heute sind.“

Wie hoch ist denn die Feh­ler­quote bei Blitzer-​Fotos?

Wage­ner: „Nach unse­ren Schät­zun­gen ist etwa jede zehnte Mes­sung feh­ler­haft. Gründe dafür kön­nen zum Bei­spiel feh­ler­hafte Tech­nik sein oder auch eine fal­sche Bedie­nung der Geräte. Deut­lich wird das vor allem bei Mes­sun­gen, bei denen mit Radar­pis­to­len gear­bei­tet wird. Der mensch­li­che Fak­tor dort einen Feh­ler zu bege­hen, ist deut­lich höher, als bei den auf­ge­bau­ten Gerä­ten.“

Wie kann ich mich denn erfolg­reich gegen ein feh­ler­haf­tes Blitzer-​Foto weh­ren?

Wage­ner: „Soll­ten Sie wirk­lich nicht zu schnell gefah­ren sein, dann gilt die Beweis­last­um­kehr. Das heißt, mit­hilfe eines Anwalts kön­nen Sie Ein­spruch ein­le­gen, um Akten­ein­sicht zu bekom­men. Dabei kann oft schon fest­ge­stellt wer­den, dass die Mes­sung nicht regu­lär erfolgt ist. Es gibt ver­schie­dene Kri­te­rien, wie eine Mes­sung zu erfol­gen hat. Ein Ein­spruch kann durch die Arbeit eines Sach­ver­stän­di­gen teuer wer­den. Der Betrof­fene sollte recht­schutz­ver­si­chert sein.“

Im Früh­jahr 2015 star­tet in Nie­der­sach­sen ein Test­ver­such für eine neue Art der Geschwin­dig­keits­kon­trolle, die soge­nannte Section-​Control. Wie fin­den Sie das Mess­ver­fah­ren?

Wage­ner: „Grund­sätz­lich sieht der ACV in die­ser Section-​Control eine Alter­na­tive für gefähr­li­che Stre­cken­ab­schnitte, aber sie sollte nicht flä­chen­de­ckend ein­ge­führt wer­den. Die Section-​Control ist eine Abstands­kon­trolle, die auf einer Weg-​Zeit-​Berechnung basiert. Es ist mit Sicher­heit wich­tig, die Ergeb­nisse die­ses 18-​monatigen Pilot­pro­jekts abzu­war­ten, bevor man wirk­lich eine abschlie­ßende Mei­nung sich bil­den kann.“

Der große Blitz­ma­ra­thon der Poli­zei steht wie­der an. Am 18. Sep­tem­ber heißt es Fuß vom Gas und nicht nur dann.


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Lars Wage­ner, Vor­sit­zen­der der Geschäfts­lei­tung des ACV Automobil-​Club Ver­kehr: Der bun­des­weite Blitz­ma­ra­thon ist ein wich­ti­ger Bestand­teil einer Gesamt­stra­te­gie für mehr Ver­kehrs­si­cher­heit.
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