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25. Haupt­ver­samm­lung des ACV Automobil-​Club Ver­kehr eCall & ver­netz­tes Fah­ren: Rechte der Fahr­zeug­da­ten müs­sen beim Nut­zer lie­gen

Daten­lie­fe­rant Auto: Selbst­be­stim­mungs­recht über Indi­vi­dual­da­ten

Ab Okto­ber 2015 wird für alle Neu­fahr­zeuge das auto­ma­ti­sche Not­ruf­sys­tem eCall ein­ge­führt. Das EU Par­la­ment geht davon aus, 2.500 Todes­op­fer jähr­lich zu ver­mei­den. Das bord­ei­gene Not­ruf­sys­tem ist ein wich­ti­ger Bei­trag zur Stei­ge­rung der Ver­kehrs­si­cher­heit. Nach der­zei­ti­gem Stand kann der Nut­zer das Sys­tem manu­ell nicht aus­schal­ten. Vize­prä­si­dent Jür­gen Kog­lin warnte vor den Unklar­hei­ten hin­sicht­lich der Löschung von Ortungs­da­ten und even­tu­elle Zusatz­nut­zen durch pri­vate Anbie­ter. Er for­derte „das Selbst­be­stim­mungs­recht über jewei­lige Indi­vi­dual­da­ten muss beim Fah­rer lie­gen. Die Ver­ant­wor­tung für den eCall ist nicht an pri­vate Dienst­leis­ter dele­gier­bar, son­dern ori­gi­näre Auf­gabe des Staa­tes“.

Die Daten­ho­heit liegt auch bei der tech­ni­schen Ent­wick­lung des ver­netz­ten Fah­rens beim Nut­zer. „Auto­fah­rern muss bewusst sein was mit ihren Daten pas­siert“, so Kog­lin wei­ter. Mobile Tele­ma­tik­mo­dule ermög­li­chen, dass das Auto wäh­rend der Fahrt immer online ist und über­wacht wer­den kann. Durch GPS-​Daten las­sen sich genaue Bewe­gungs­pro­file des Fah­rers erstel­len. Der ACV for­dert, durch die Daten­sam­mel­wut darf der Fah­rer nicht die Kon­trolle über die mög­li­che stän­dige Über­wa­chung ver­lie­ren.

ACV begrüßt Elek­tro­mo­bi­li­tät als Teil zukünf­ti­ger Mobi­li­täts­kon­zepte

Außer­dem begrüßt der ACV die Ent­wick­lung der Elek­tro­mo­bi­li­tät, obwohl sie hier­zu­lande nach wie vor zäh ver­läuft, doch „der Ein­satz alter­na­ti­ver und umwelt­scho­nen­der Antriebe, sind Fun­da­mente künf­ti­ger Mobi­li­täts­kon­zepte“, sagt Kog­lin. Neben den hohen Anschaf­fungs­kos­ten, ist die geringe Bat­te­rie­leis­tung ein Hin­de­rungs­grund für viele ein Elek­tro­fahr­zeug anzu­schaf­fen. Die hohen Kos­ten resul­tie­ren unter ande­rem aus den hohen Prei­sen für Akkus, die in der Regel nicht in Deutsch­land her­ge­stellt wer­den und an der neuen Lie­fe­ran­ten­kette, die erst auf­ge­baut wer­den muss. Der ACV for­dert zur effi­zi­en­te­ren Zusam­men­ar­beit von Auto­mo­bil­in­dus­trie und die/​der Poli­tik auf, um Wirt­schaft­lich­keit und eine flä­chen­de­ckende Lad­ein­fra­struk­tur zu gewähr­leis­ten.

Ableh­nung von Riesen-​Lkws in Deutsch­land

Der ACV spricht sich außer­dem gegen den Ein­satz von Giga­li­nern auf deut­schen Stra­ßen aus. In Zusam­men­ar­beit mit der Alli­anz pro Schiene hat der Auto­mo­bil­club eine Forsa-​Umfrage zur Akzep­tanz von Riesen-​Lkws in Deutsch­land in Auf­trag gege­ben. Dem­nach leh­nen mehr als zwei Drit­tel die Kolosse auf deut­schen Stra­ßen ab. Ins­ge­samt spra­chen sich 79 Pro­zent der Befrag­ten gegen eine Zulas­sung von über­gro­ßen Last­wa­gen auf deut­schen Stra­ßen aus, wäh­rend nur 17 Pro­zent dafür waren. Die Mehr­heit sieht erheb­li­che Risi­ken bei Über­hol­vor­gän­gen und Abbie­ge­si­tua­tio­nen sowie bei der Stra­ßen­be­an­spru­chung mit Ver­schleiß­er­schei­nun­gen durch stär­kere Las­ten.

Kon­zen­tra­tion auf das Kern­ge­schäft

Wir kon­zen­trie­ren uns auf wei­ter­hin auf unser Kern­ge­schäft: die Pan­nen­hilfe“, sagte Lars Wage­ner, Vor­sit­zen­der der Geschäfts­lei­tung, am Ende der Haupt­ver­samm­lung. „Die stän­dige Opti­mie­rung und Wei­ter­ent­wick­lung unse­res Leis­tungs­um­fangs zu gleich­blei­ben­den Mit­glie­der­bei­trä­gen ist unsere Prä­misse.“ 96 Pro­zent Mit­glie­der­zu­frie­den­heit sei eine gute Vor­aus­set­zung für die wei­tere Arbeit.

Der ACV Automobil-​Club Ver­kehr ver­zeich­net der­zeit rund 300.000 Mit­glie­der. Damit ist er dritt­größ­ter Auto­mo­bil­club in Deutsch­land. Der Auto­mo­bil­club arbei­tet mit ROLAND Assis­tance und ein­ge­tra­ge­nen Abschlepp­diens­ten zusam­men. Der­zeit sind täg­lich 1.827 Fahr­zeuge für den ACV in Deutsch­land im Ein­satz.