
Deutschlands erster Wasserstoff-Abschleppwagen
Ab 2026 testet der ACV im Raum Köln Deutschlands erstes Wasserstoff-Abschleppfahrzeug im realen Alltagseinsatz. Ziel ist es, Pannen- und Unfallhilfe klimafair umzusetzen – ohne Abstriche bei Einsatzbereitschaft, Reichweite und Verlässlichkeit.
Warum der ACV auf einen Wasserstoff-Abschleppwagen setzt
Verantwortung übernehmen – auch in der Pannenhilfe
Wenn ein Fahrzeug liegen bleibt, zählt vor allem eines: schnelle und verlässliche Hilfe. Genau dafür steht der ACV. Gleichzeitig verändert sich Mobilität und damit auch die Frage, wie Pannen- und Abschleppdienste künftig unterwegs sind.
In Deutschland finden jedes Jahr mehrere Millionen Abschleppvorgänge statt. Jeder einzelne verursacht heute in der Regel Emissionen. Für den ACV ist das ein Grund, alternative Antriebstechnologien nicht nur zu beobachten, sondern auch unter realen Bedingungen im Alltagseinsatz zu testen.

„Mit diesem Pilotprojekt wollen wir Erfahrungen sammeln, neue Wege erproben und deutlich machen, dass die Zukunft der Pannen- und Unfallhilfe emissionsfrei sein kann.“
Holger Küster, ACV Geschäftsführer
Das H2-Pilotprojekt: Die emissionsfreie Pannenhilfe im Überblick
Der ACV bringt die Wasserstofftechnologie dorthin, wo sie ihre Stärken ausspielen kann: in einen anspruchsvollen Alltagseinsatz mit hohen Laufleistungen, kurzen Standzeiten und dem Anspruch, jederzeit einsatzbereit zu sein.
Aus Wasserstoff wird Strom – und daraus Bewegung
Auch ein Wasserstofffahrzeug fährt elektrisch. Der Unterschied: Der Strom kommt nicht hauptsächlich aus einer großen Batterie, sondern wird während der Fahrt an Bord erzeugt. In der Brennstoffzelle reagieren Wasserstoff und Sauerstoff elektrochemisch miteinander. Dabei entsteht elektrische Energie für den Antrieb – als lokales Abfallprodukt bleibt Wasser.
Grüner Wasserstoff entsteht, wenn Wasser mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien per Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten wird. Weil diese Herstellung energieintensiv ist, ist Wasserstoff besonders dort sinnvoll, wo direkte Elektrifizierung an praktische Grenzen stößt.

1. Wasserstoff tanken
Der Tank des ACV Wasserstoff-Abschleppwagens fasst 30 kg und kann in etwa 10 bis 15 Minuten vollständig befüllt werden.

2. Strom erzeugen
In der Brennstoffzelle reagieren Wasserstoff und Sauerstoff. Dabei entsteht Strom für den elektrischen Antrieb sowie Wasser als Nebenprodukt.

3. Emissionsfrei abschleppen
Der H2-Abschlepper fährt lokal emissionsfrei und ist für hohe Laufleistungen und anspruchsvolle Einsätze ausgelegt.
Ein Pilotprojekt braucht Partner, die mitziehen
Der Wasserstoff-Abschlepper entsteht im Zusammenspiel erfahrener Partner: Paul Nutzfahrzeuge liefert den Brennstoffzellen-Lkw, Wellmeyer Fahrzeugbau rüstet ihn für den Abschleppeinsatz aus, H2 MOBILITY stellt die Wasserstoffversorgung im Raum Köln bereit und der LS Pannenservice bringt das Fahrzeug in den praktischen Einsatz im Kölner Raum.

Wissenschaftliche Analyse durch die TH Köln
Das Pilotprojekt wird durch das Institut für Fahrzeugtechnik der Technischen Hochschule Köln wissenschaftlich begleitet.

Verantwortung übernehmen heißt: anfangen.
Mit dem Wasserstoff-Abschleppwagen machen wir Nachhaltigkeit dort sichtbar, wo Mitglieder den Club besonders direkt erleben: in der Hilfe bei Panne und Unfall. Das Projekt zeigt, dass ökologische Verantwortung und verlässliche Mobilität kein Widerspruch sein müssen.
Beim ACV verstehen wir nachhaltige Mobilität nicht als Schlagwort, sondern als Aufgabe: ausprobieren, lernen, verbessern – und dort vorangehen, wo konkrete Lösungen möglich sind.
Ist der Wasserstoff-Abschleppwagen komplett emissionsfrei?
Der Abschleppwagen fährt lokal emissionsfrei. Das bedeutet: Im Fahrbetrieb entstehen vor Ort keine klassischen Abgasemissionen. Bei der Brennstoffzellenreaktion entsteht Wasser. Wie klimafreundlich Wasserstoff insgesamt ist, hängt davon ab, wie er hergestellt wird – wirklich „grün“ ist er, wenn der Strom für die Elektrolyse aus erneuerbaren Energien stammt.
Warum setzt der ACV auf Wasserstoff und nicht einfach auf Batterie-Lkw?
Der ACV testet Wasserstoff, weil Abschleppwagen hohe Anforderungen erfüllen müssen: lange tägliche Laufleistungen, schwere Lasten, kurze Standzeiten und zuverlässige Einsatzbereitschaft. Der ACV verweist auf tägliche Strecken von bis zu 400 Kilometern. Gleichzeitig beobachtet der Club den Markt weiter und schließt batterieelektrische Lkw für die Zukunft nicht aus.
Wo wird der Wasserstoff-Abschleppwagen eingesetzt?
Das Fahrzeug wird ab Juni 2026 im Raum Köln, im Rheinland und in der Umgebung eingesetzt. Den praktischen Betrieb übernimmt der ACV Partner LS Pannenservice.
Wie schnell kann der Wasserstoff-Abschleppwagen betankt werden?
Der Wasserstofftank fasst 30 Kilogramm und kann innerhalb von etwa 10 bis 15 Minuten vollständig befüllt werden.
Welche Reichweite hat das Fahrzeug?
Der eingesetzte Brennstoffzellen-Lkw hat eine Reichweite von bis zu 450 Kilometern.
Ist Wasserstoff die Zukunft für alle Fahrzeuge?
Nicht unbedingt. Für viele Pkw ist der direkte batterieelektrische Antrieb effizienter. Wasserstoff wird vor allem dort interessant, wo Batterien an Grenzen stoßen – zum Beispiel bei hohen Lasten, langen Laufzeiten, knappen Standzeiten oder fehlender Ladeinfrastruktur.

Der ACV denkt Pannenhilfe weiter
Mit dem ersten Wasserstoff-Abschleppwagen eines deutschen Automobilclubs startet der ACV ein Pilotprojekt, das zeigt: Auch unsere Kernleistungen können klimafair werden. Für Mitglieder bleibt entscheidend, was immer entscheidend war – schnelle Hilfe, verlässlicher Schutz und ein Club, der Verantwortung übernimmt.






