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Ver­netz­tes Fah­ren: Wem gehö­ren Fahr­zeug­da­ten?

Warum gewinnt das Thema Ver­net­zung so mas­siv an Bedeu­tung?

Ver­net­zung ist einer der gro­ßen Trends der letz­ten Jahre, der die Gesell­schaft nach­hal­tig geprägt und ver­än­dert hat. Dem­ent­spre­chend spielt Ver­net­zung – mit allen ihren Facet­ten – natür­lich auch im Auto­mo­bil eine tra­gende Rolle. Wir befin­den uns auf dem Weg zum emis­si­ons­freien und unfall­freien Fah­ren. Unsere Fahr­zeuge sol­len unsere Kun­den dabei in Situa­tio­nen unter­stüt­zen wo Auto­fah­ren mehr Last als Lust ist und ihnen sichere und kom­for­ta­ble Beglei­ter sein. Dazu sind die Fahr­zeuge mit so viel Intel­li­genz aus­ge­stat­tet, dass sie die Bedürf­nisse des Fah­rers erken­nen und dar­auf pro­ak­tiv rea­gie­ren kön­nen. Die intel­li­gente Ver­net­zung des Fahr­zeugs – sei es mit der digi­ta­len Cloud oder der rea­len Umwelt – ist dabei ein zen­tra­ler Stell­he­bel und Erfolgs­fak­tor.

Stich­wort Fahras­sis­tenz­sys­teme und auto­no­mes Fah­ren: Wie kann die Kom­mu­ni­ka­tion von Autos unter­ein­an­der zukünf­tig funk­tio­nie­ren?

Kurz zusam­men­ge­fasst: Die Car-​​to-​​X Tech­no­lo­gie sorgt für mehr Sicher­heit, erhöht den Kom­fort und kann einen posi­ti­ven Bei­trag zum Umwelt­schutz leis­ten – kein Wun­der also, dass Mercedes-​​Benz der erste Auto­mo­bil­her­stel­ler der Welt ist, der diese Tech­no­lo­gie schon anbie­tet. Dank Car-​​to-​​X Kom­mu­ni­ka­tion erwei­tert sich die bis­he­rige Fahr­zeug­sen­so­rik deut­lich: sie ermög­licht einen Blick „um die Ecke“ oder durch Hin­der­nisse hin­durch. Sie wer­den als Fah­rer vor kri­ti­schen oder gefähr­li­chen Situa­tio­nen in Ihrem Umfeld gewarnt, bei­spiels­weise vor Pan­nen­fahr­zeu­gen auf der Fahr­bahn oder vor ver­eis­ten und glat­ten Fahr­bah­nober­flä­chen, die vor Ihnen lie­gen. Sie kön­nen so früh­zei­tig Ihre Fahr­weise und Geschwin­dig­keit ent­spre­chend anpas­sen. Dane­ben kann die Car-​​to-​​X Tech­no­lo­gie, wie schon erwähnt, auch zu einer effi­zi­en­te­ren Mobi­li­tät bei­tra­gen: Der Ver­kehrs­fluss bei­spiels­weise wird ver­bes­sert, wenn die Licht­si­gnal­an­la­gen nach Bedarf fle­xi­bel gesteu­ert wer­den kön­nen.

Gibt es bei der Ent­wick­lung von ver­netz­tem Fah­ren einen Stan­dard, an dem sich alle Her­stel­ler ori­en­tie­ren wer­den?

Das wür­den wir sehr begrü­ßen, denn die Car-​​to-​​X Kom­mu­ni­ka­tion lebt mas­siv davon, dass mög­lichst viele Fahr­zeuge Infor­ma­tio­nen mit­ein­an­der aus­tau­schen. Da sind wir dran und bereits in engem Kon­takt mit ver­schie­de­nen Sta­ke­hol­dern. Um Ihnen ein Bei­spiel zu nen­nen: Wir stan­dar­di­sie­ren gerade her­stel­ler­über­grei­fend die W-​​LAN-​​basierte Car-​​to-​​X Kom­mu­ni­ka­tion. Dadurch wird in Zukunft ein direk­ter Daten­aus­tausch auch zwi­schen Fahr­zeu­gen unter­schied­li­cher Mar­ken mög­lich sein. Ein wich­ti­ger nächs­ter Schritt.

Wie beur­tei­len Sie die Akzep­tanz von zuneh­men­der mas­sen­haf­ter Daten­er­he­bung?

Ein wich­ti­ger Punkt, den Sie da anspre­chen. Denn die Erhe­bung, Spei­che­rung und Wei­ter­gabe von Daten, vor allem per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten, ist ein hoch-​​sensibles Thema. Uns ist durch­aus bewusst: Ob unsere Kun­den akzep­tie­ren, dass wir ihre Daten erhe­ben, hängt immer auch von unse­rem Umgang mit die­sen sen­si­blen Daten ab. Diese Akzep­tanz, nach der Sie fra­gen, ist aber auch von ande­ren Fak­to­ren abhän­gig, u.a. auch wel­che Vor­teile bzw. wel­chen Mehr­wert wir unse­ren Kun­den dadurch bie­ten. Unsere Kun­den erwar­ten zu Recht, dass wir die­ses Thema sorg­sam behan­deln. Gene­rell erhe­ben oder ver­ar­bei­ten wir nur dann Daten, wenn unser Kunde dem aus­drück­lich zuge­stimmt hat.

Sehen Sie Trends, die auf­zei­gen, dass elek­tro­ni­sche Kon­troll­sys­teme zu einer Ver­än­de­rung bei der Ein­schät­zung des Auto­mo­bils, als Garant und Werk­zeug für indi­vi­du­elle Frei­heit füh­ren wer­den?

Ja, sol­che neuen Trends sehen wir. Gene­rell sind gesell­schaft­li­che Ent­wick­lun­gen oft der Aus­gangs­punkt für neue Tech­no­lo­gien. Dazu gehört bei­spiels­weise, dass unsere Gesell­schaft immer älter wird. Oder auch, dass Men­schen mehr Zeit im Auto ver­brin­gen, vor allem im Stau. Mit ver­netz­ten Fahr­zeu­gen, die unter­ein­an­der und mit der Infra­struk­tur aktiv kom­mu­ni­zie­ren, machen wir den Ver­kehr siche­rer, flüs­si­ger, öko­no­mi­scher und umwelt­freund­li­cher. Außer­dem ermög­li­chen wir, auch im Alter mobil zu blei­ben. Nicht zuletzt tra­gen auch unsere moder­nen Carsharing-​​Konzepte dazu bei, dass das Auto auch in Zukunft ein Garant für indi­vi­du­elle Mobi­li­tät bleibt.