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Neues Punk­te­sys­tem 2014: Was sich für Auto­fah­rer ändert

Künf­tig heißt das Ver­kehrs­zen­tral­re­gis­ter Fahr­eig­nungs­re­gis­ter (FAER). Daten von rund neun Mil­lio­nen Ver­kehrs­sün­dern müs­sen in das neue Sys­tem über­tra­gen wer­den.
Zukünf­tig wer­den nur noch Delikte geahn­det die in Zusam­men­hang mit der Ver­kehrs­si­cher­heit ste­hen.

Dadurch wer­den man­che Ver­stöße nicht län­ger erfasst. Zum Bei­spiel ein ver­deck­tes Kenn­zei­chen oder das unbe­rech­tigte Fah­ren in einer Umwelt­zone. „Das bedeu­tet jedoch in kei­nem Fall, dass der Füh­rer­schein nach dem neuen Sys­tem nicht so schnell weg ist wie frü­her“, sagt Lars Wage­ner, Vor­sit­zen­der der Geschäfts­lei­tung des ACV Automobil-​Club Ver­kehr. „Im Gegen­teil: Ver­stöße, die mit einem Punkt geahn­det wur­den, zum Bei­spiel Handy am Steuer, schla­gen auch künf­tig mit einem Punkt zu Buche“, so Wage­ner wei­ter. Gleich­zei­tig wird die Grenze zum Ent­zug der Fahr­er­laub­nis von 18 auf 8 Punkte her­ab­ge­setzt.

Was sind die wich­tigs­ten Ände­run­gen?

  • Für Ver­kehrs­de­likte fal­len nicht mehr 1 bis 7, son­dern 1 bis 3 Punkte an.
  • Der Füh­rer­schein ist nicht mehr nach 18 gesam­mel­ten Punk­ten, son­dern bereits nach 8 Punk­ten weg.
  • Wie viele Punkte gibt es?

  • Ord­nungs­wid­rig­kei­ten wer­den mit 1 Punkt ein­ge­tra­gen.
  • Grobe Ord­nungs­wid­rig­kei­ten mit Fahr­ver­bot wer­den mit 2 Punk­ten ein­ge­tra­gen.
  • Eine Straf­tat wird mit 2 Punk­ten ein­ge­tra­gen.
  • Eine Straf­tat mit Ent­zie­hung des Füh­rer­scheins wird mit 3 Punk­ten ein­ge­tra­gen.
  • Wie schnell ver­jäh­ren neue Ein­träge?

  • Ver­stöße mit einem Punkt wer­den nach 2 ½ Jah­ren getilgt.
  • Grobe Ord­nungs­wid­rig­kei­ten mit 2 Punk­ten ver­schwin­den erst nach 5 Jah­ren.
  • Ver­stöße, die mit drei Punk­ten geahn­det wer­den, zum Bei­spiel Alko­hol­de­likte, wer­den erst nach 10 Jah­ren getilgt.
  • Ver­kehrs­sün­der kön­nen nach wie vor frei­wil­lig Punkte abbauen. Es kön­nen jedoch nicht wie frü­her vier Punkte getilgt wer­den. Inner­halb von fünf Jah­ren kön­nen Betrof­fene 1 Punkt durch ein Fahr­eig­nungs­se­mi­nar abbauen, vor­aus­ge­setzt das Konto weist maxi­mal 5 Punkte auf.

    Was pas­siert mit den alten Punk­ten?

    Alte Punkte wer­den in das neue Sys­tem umge­rech­net. Mit einer Aus­nahme: Punkte, die frü­her ein­ge­tra­gen wur­den, nach der Reform jedoch nicht mehr geahn­det wer­den, wer­den auto­ma­tisch gelöscht.
    Für bereits gesam­melte Punkte gilt:

  • Bis zu 3 Punk­ten wer­den in 1 Punkt umge­rech­net.
  • Bei 14 bis 17 Punk­ten wird der Fah­rer schrift­lich ver­warnt
  • 8 bis 13 Punkte wer­den in 4 und 5 Punkte umge­rech­net. Es folgt eine schrift­li­che Ermah­nung.
  • 18 Punkte oder mehr wer­den in 8 Punkte umge­rech­net, die Fahr­er­laub­nis wird ent­zo­gen.

    Was ändert sich bei den Buß­gel­dern?

    Die Ein­tra­gungs­grenze von Taten, die bis­lang mit 40,- € geahn­det wur­den, wird im Zuge der Reform auf 60,- € ange­ho­ben.
    In eini­gen Fäl­len muss der Auto­fah­rer deut­lich tie­fer in den Geld­beu­tel grei­fen. „Wäh­rend Ver­stöße gegen Umwelt­zo­nen bis­lang bepunk­tet wur­den, kos­ten sie den Betrof­fe­nen künf­tig 80,- €“, so Wage­ner.
    Auch Tele­fo­nie­ren wäh­rend der Fahrt wird merk­bar teu­rer. „Ver­kehrs­sün­der sam­meln nicht nur einen Punkt, son­dern wer­den auch mit 60,- € Buß­geld belegt“, sagt der Vor­sit­zende der Geschäfts­lei­tung des ACV. Handy am Steuer kos­tete bis­lang 40,- € Strafe.

    Wer gibt Aus­kunft über den indi­vi­du­el­len neuen Punk­te­stand?

    Ihren aktu­el­len Punk­te­stand bekom­men Auto­fah­rer nicht auto­ma­tisch mit­ge­teilt. Sie kön­nen ihn kos­ten­los beim Kraftfahrt-​Bundesamt (KBA) erfra­gen. Ein For­mu­lar zum Aus­dru­cken fin­den Sie auf der Home­page des Kraftfahrt-​Bundesamts. Die Aus­kunft erfolgt per Post.