Autofahren im Sommer: Tipps für Klimaanlage, Sonnenschutz & Co.

Im Som­mer kann es im Auto uner­träg­lich heiß wer­den – das ist nicht nur unan­ge­nehm, son­dern hat auch Aus­wir­kun­gen auf die Sicher­heit im Stra­ßen­ver­kehr. Wie Sie auch bei hohen Tem­pe­ra­tu­ren im Auto einen küh­len Kopf bewah­ren, ver­rät Jür­gen Kog­lin vom ACV.

Vorsicht bei Autofahren in großer HitzeWie wirkt sich die Hitze auf den Men­schen aus?

Hitze hat nicht nur Aus­wir­kun­gen auf den Kör­per, son­dern auch auf die Psy­che. Die Kon­zen­tra­tion lässt nach, wir wer­den schnel­ler müde, gestress­ter und damit auch aggres­si­ver. Ins­ge­samt steigt die Zahl der Unfälle an Tagen mit mehr als 30 Grad Cel­sius um bis zu 22 Pro­zent! Und das liegt nicht nur am Kon­zen­tra­ti­ons­man­gel und an der her­ab­ge­setz­ten Reak­ti­ons­fä­hig­keit, son­dern auch an dem aggres­si­ve­ren Fahr­ver­hal­ten. Darum: Legen Sie auf lan­gen Fahr­ten öfter ein paar Pau­sen ein, atmen Sie ein­mal tief durch, stre­cken Sie sich und lüf­ten Sie das Auto gründ­lich durch. Und es gilt wei­ter­hin der alte Tipp: Neh­men Sie aus­rei­chend Was­ser mit! Der nächste Stau kommt bestimmt.

Wie stelle ich die Kli­ma­an­lage ein, ohne eine Erkäl­tung zu bekom­men?

Bevor die Fahrt los­geht, soll­ten Sie das Auto auf jeden Fall erst­mal lüf­ten und durch geöff­nete Fens­ter die warme Luft im Innen­raum nach außen las­sen. Erst dann schal­ten Sie die Kli­ma­an­lage bei geschlos­se­nen Fens­tern für einige Minu­ten im Umluft-​Modus mit vol­ler Kraft an, damit ein biss­chen durch­ge­lüf­tet wird. Gene­rell sollte der Unter­schied zwi­schen Innen– und Außen­tem­pe­ra­tur nicht zu groß sein, sonst droht beim Aus­stei­gen der Hit­ze­schock. Sechs Grad Unter­schied zwi­schen Innen– und Außen­tem­pe­ra­tur wer­den emp­foh­len. Das kühlt schon her­vor­ra­gend und bewahrt auf jeden Fall vor dem Hit­ze­schock, wenn man aus einem unter­kühl­ten Auto in die Wärme aus­steigt.

Wie luf­tig darf ich mich eigent­lich in mei­nem Auto anzie­hen?

Leichte und locker sit­zende Klei­dung ist bei lan­gen Fahr­ten emp­feh­lens­wert. Wer will, darf auch im Bikini oder in der Bade­hose im Auto sit­zen, aber wer ganz nackt oder als Frau oben ohne fährt, ris­kiert aller­dings eine Anzeige wegen Erre­gung öffent­li­chen Ärger­nis­ses. Flip­flops oder nackte Füße sind zwar nicht ver­bo­ten, aber trotz­dem nicht ver­kehrs­si­cher – ich emp­fehle einen fes­te­ren Schuh, damit man auch kraft­voll zutre­ten kann, wenn es beim Brem­sen not­wen­dig wird. Außer­dem ist nicht jede Son­nen­brille zum Auto­fah­ren geeig­net, sie müs­sen eine maxi­male Tönung der Kate­go­rie 3 (Licht­durch­läs­sig­keit von acht bis 18 Pro­zent) auf­wei­sen, sonst droht ein Buß­geld. Blaue und rote Glä­ser sind nicht geeig­net.

Herr Koglin Porträt
Jür­gen Kog­lin, ver­kehrs­po­li­ti­scher Spre­cher des ACV

Sind Nacht­fahr­ten im Som­mer emp­feh­lens­wert, um der Hitze zu ent­ge­hen?

Gene­rell lässt sich das nur schwer beant­wor­ten, das ist indi­vi­du­ell unter­schied­lich. Aber wenn Sie nachts fah­ren, müs­sen Sie mit den Risi­ken von Nacht­blind­heit und ein­ge­schränk­tem Seh­ver­mö­gen rech­nen. Außer­dem ist nachts das Risiko des Sekun­den­schla­fes nicht zu unter­schät­zen. Müdig­keit am Steuer und Sekun­den­schlaf sind noch vor Alko­hol und Dro­gen Unfall­ur­sa­che Num­mer eins. Daher schla­fen Sie vor lan­gen Fahr­ten aus­rei­chend, legen Sie alle zwei Stun­den eine Pause von min­des­tens zehn Minu­ten ein und wech­seln Sie sich mög­lichst bei lan­gen Fahr­ten ab. Ach­ten Sie auf erste Anzei­chen von Müdig­keit und neh­men Sie diese Warn­si­gnale ernst: Die Gefahr des Sekun­den­schla­fes wird meis­tens unter­schätzt. Das beste Mit­tel gegen Schläf­rig­keit ist der Kurz­schlaf (10 bis 20 min). Kaf­fee kann zwar hel­fen, aber nicht auf Dauer.

Was muss ich beach­ten, wenn ich Haus­tiere im Auto dabei habe?

Im Schat­ten par­ken und die Fens­ter einen Spalt auf­ma­chen, das reicht nicht. Denn bereits ab Tem­pe­ra­tu­ren von 20 Grad – sogar an bewölk­ten Tagen – kann sich die Tem­pe­ra­tur im Wagen­in­ne­ren auf bis zu 45 Grad und mehr auf­hei­zen. Tiere kön­nen schon nach kur­zer Zeit einen Hit­ze­schock oder sogar einen Atem­still­stand erlei­den, da sie ihre Kör­per­tem­pe­ra­tur nicht wie der Mensch leicht übers Schwit­zen selbst regu­lie­ren kön­nen. Neh­men Sie die Tiere auf jeden Fall mit, wenn Sie das Auto ver­las­sen und lei­nen Sie sie im Zwei­fel vor dem Super­markt oder der Arzt­pra­xis an.

Darf ich im Auto ein­ge­schlos­sene Tiere befreien?

Wer ein Tier in Not bemerkt, sollte zunächst ver­su­chen, den Besit­zer des Fahr­zeugs bezie­hungs­weise den Hal­ter des Tie­res aus­fin­dig zu machen. Erst wenn das nicht gelingt, soll­ten Sie umge­hend die Poli­zei oder auch die Feu­er­wehr infor­mie­ren, um das Fahr­zeug öff­nen zu las­sen. Nur wenn sich das Tier in einer aku­ten lebens­ge­fähr­li­chen Lage befin­det und Ret­tungs­kräfte nicht zur Ver­fü­gung ste­hen, erst dann dür­fen Sie das Tier selbst befreien – etwa das Fens­ter ein­schla­gen. Aber sor­gen Sie auf jeden Fall dafür, dass genü­gend Zeu­gen dabei sind und doku­men­tie­ren Sie den Vor­gang. So ver­mei­den Sie hin­ter­her Ärger.