Unfall auf der Autobahn

Güns­tige Navis fürs Auto im ACV Test

Ist das Navi nicht Teil der Kfz-Ausstattung, lässt es sich als mobiles Gerät leicht nachrüsten und wartet zudem mit vielen nützlichen Extras auf. Der ACV hat drei preislich attraktive Modelle für rund 150 Euro unter die Lupe genommen.

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Der ACV hat drei mobile Navis von Gar­min, Becker und Tom­Tom getes­tet

Wer län­ger als zehn Jahre Auto fährt, kann sich sicher noch an die Zeit vor den Navis erin­nern: Beim Weg zu einem Ziel in einem frem­den Ter­rain hal­fen umständ­lich zu nut­zende Falt­kar­ten, Lot­sen­dienste wie in Mün­chen oder das Erfra­gen der Stre­cke bei Pas­san­ten am Stra­ßen­rand. Das ist zum Glück Geschichte – heute füh­ren moderne Navis auf über­sicht­li­chen Kar­ten kom­for­ta­bel zum Ziel, war­nen vor Blit­zern und Gefah­ren, umfah­ren Staus und brin­gen den Fah­rer zu Tank­stel­len, Restau­rants und Sehens­wür­dig­kei­ten ent­lang der Stre­cke.

Fest ein­ge­bau­tes Navi oder mobi­les Gerät?

Bei vie­len neuen Fahr­zeu­gen ist ein fest ein­ge­bau­tes Navi stan­dard­mä­ßig mit dabei oder kann als Teil einer Mul­ti­me­di­a­ein­heit gegen einen sat­ten Auf­preis von meh­re­ren Hun­dert Euro bestellt wer­den. Wer vor der Ent­schei­dung steht, kann sich hier gegen ein fest ein­ge­bau­tes Navi und statt­des­sen für ein mobi­les Gerät ent­schei­den und den Auf­preis in andere Extras ste­cken. Denn das mobile Navi bringt gleich meh­rere Vor­teile: Das Gerät kann in ver­schie­de­nen Fahr­zeu­gen inner­halb der Fami­lie genutzt wer­den, bei­spiels­weise bei Wochen­end­tou­ren im Old­ti­mer abseits der Haupt­ver­kehrs­stra­ßen oder bei der Urlaubs­fahrt im Wohn­mo­bil. Aber auch das Ange­bot an Kar­ten­ma­te­rial spricht ein­deu­tig für ein mobi­les Navi.

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Immer zum Ziel: Mobile Navis las­sen sich leicht um aktu­el­les Kar­ten­ma­te­rial ergän­zen

Kla­rer Vor­teil: Aktu­elle Kar­ten

Im Ver­gleich zu einem mobi­len Navi sind die Fest­ein­bau­ten vor allem im Hin­blick auf die Kos­ten für die regel­mä­ßi­gen Kar­ten­ak­tua­li­sie­run­gen unver­hält­nis­mä­ßig teuer. Wäh­rend bei den von uns getes­te­ten Navis die Kar­ten dau­er­haft („lebens­lang“) kos­ten­los sind, ver­lan­gen die Auto­mo­bil­her­stel­ler mit­un­ter über 200 Euro für das jähr­li­che Update der Euro­pa­kar­ten. Für ältere Fahr­zeuge sind oft­mals gar keine Updates mehr zu bekom­men. Klar, ein Navi lässt sich auch ohne aktu­elle Kar­ten nut­zen. Aber wenn ganze Neu­bau­ge­biete und neue Stra­ßen feh­len oder geän­derte Ver­kehrs­füh­run­gen nicht berück­sich­tigt wer­den, macht eine Navi­ga­tion nur noch ein­ge­schränkt Sinn.

Drei Geräte im Test: Becker, Gar­min und Tom­Tom

Die Navis lassen sich sicher befestigen und leicht justieren
Die Navis las­sen sich dank Saug­napf sicher befes­ti­gen und leicht jus­tie­ren

Aus der Fülle der im Han­del ange­bo­te­nen mobi­len Navis in ver­schie­de­nen Grö­ßen, Preis- und Leis­tungs­klas­sen haben wir drei ver­gleich­bare Geräte aus­ge­wählt: Becker Ready.5 EU, Gar­min Drive 51 LMT-S und Tom­Tom GO 510 besit­zen einen 5-Zoll-Farbbildschirm und kos­ten im Han­del beim Redak­ti­ons­schluss rund 150 Euro. Ein wei­te­res Aus­wahl­kri­te­rium für die Test­kan­di­da­ten ist die dau­er­hafte („lebens­lange“) Ver­füg­bar­keit von aktu­el­lem Kar­ten­ma­te­rial – sodass für die Nut­zung keine Fol­ge­kos­ten ent­ste­hen. Wie gut sich die mobi­len Navis im All­tag schla­gen, haben wir auf drei Test­stre­cken (nörd­li­che Schwarzwald-Tour, Innen­stadt von Frei­burg und Stau­um­fah­rung der A 5 von Offen­burg in Rich­tung Basel) her­aus­ge­fun­den.

Dank sta­bi­ler Saugnapf-Halterungen ist die tem­po­räre Mon­tage der mobi­len Navis an der Wind­schutz­scheibe im Fahr­zeug inner­halb weni­ger Augen­bli­cke erle­digt. Die beste Hal­te­rung besitzt das TomTom-Navi mit einem Drehrad zur Jus­tie­rung. Strom bezie­hen die Navis mit Hilfe ihrer aus­rei­chend lan­gen Anschluss­ka­bel aus dem Ziga­ret­ten­an­zün­der. Zur Not besit­zen die Geräte einen Akku, der aber je nach Gerät nur für Kurz­stre­cken von 60 bis 120 Minu­ten reicht.

So navi­gie­ren die drei Navis zum Ziel


Beim Becker-Gerät las­sen sich viele Rou­ten­op­tio­nen ein­stel­len

Bei einem Navi spie­len drei Fak­to­ren eine wesent­li­che Rolle: das Kar­ten­ma­te­rial, die Navi­ga­ti­ons­op­tio­nen und die Dar­stel­lung. Bei den Kar­ten und der Ziel­füh­rung haben wir keine nen­nens­wer­ten Unter­schiede fest­stel­len kön­nen. Beim Tom­Tom GO 510 dau­ert das Hoch­fah­ren bis zur Betriebs­be­reit­schaft recht lange. Bei den Optio­nen gefal­len uns die Aus­schluss­kri­te­rien beim Becker Ready.5 EU, die sogar Umwelt­zo­nen und lange Tun­nels berück­sich­ti­gen. Das Ein­stel­len der gewünsch­ten Route zur Ziel­adresse ist bei allen drei Gerä­ten über die PLZ oder den Orts­na­men mit Straße schnell erle­digt.

Ebenso ein­fach las­sen sich Son­der­ziele wie Flug­hä­fen und Bahn­höfe aus­wäh­len. Prak­ti­sch: Wer auf dem PC in Out­look seine Kon­takte ver­wal­tet, kann sie mit­tels Becker-Software auf das Navi über­spie­len. Die Sprach­steue­rung beim TomTom-Navi funk­tio­niert gut, wenn man sich mit den Befeh­len ver­traut gemacht hat.

Nach der Rou­ten­be­rech­nung geht’s los. Die Ansa­gen sind klar ver­ständ­lich – es gibt sowohl Frauen- als auch Män­ner­stim­men zur Aus­wahl. Die Anzei­gen sind auf allen drei Gerä­ten in Ord­nung, am über­sicht­lichs­ten ist es für unse­ren Geschmack beim Gar­min Drive 51 LMT-S. Bei der Fahrt wer­den dann aktu­elle Ver­kehrs­in­fos berück­sich­tigt und bei Gar­min und Tom­Tom dank Smartphone-Kopplung und Inter­net­ver­bin­dung sogar Echt­zeit­dienste. Tank­stel­len und Rast­höfe ent­lang der Stre­cke las­sen sich ziel­si­cher ansteu­ern. Beim Becker kön­nen sogar indi­vi­du­elle Fahr­zeug­da­ten ange­ge­ben wer­den, um mit Hilfe des Ben­zin­ver­brauchs des Autos eine öko­no­mi­sche Route zu berech­nen. Bei der Stre­cken­füh­rung leis­ten sich die drei Navis kei­nen Pat­zer und füh­ren bei glei­chen Ein­stel­lun­gen auf iden­ti­schen Wegen zum Ziel.

Fazit: Alle drei Geräte über­zeu­gen

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Beim ACV Test der mobi­len Navis lag das Tom­Tom GO 510 knapp vorne.

Die drei von uns getes­te­ten mobi­len Navis lie­gen preis­lich gleich­auf und auch bei den gebo­te­nen Funk­tio­nen gibt es nur mini­male Unter­schiede. Das Becker-Gerät über­zeugt mit einer aus­ge­reif­ten Bedie­nung, guten Kar­ten und einer ins­ge­samt sehr ansehn­li­chen Dar­stel­lung der Route. Nütz­lich sind die Aus­schluss­kri­te­rien bei der Rou­ten­pla­nung und die Aus­wahl ver­schie­de­ner Fahr­zeug­ty­pen. Im Unter­schied zum Becker Ready.5 EU bie­ten Gar­min Drive 51 LMT-S und Tom­Tom GO 510 die Bluetooth-Kopplung mit einem Smart­phone. Das bringt einige Echt­zeit­dienste wie Wet­ter­da­ten, Ben­zin­preise und Ver­kehrs­in­for­ma­tio­nen auf das mobile Navi.

Das Tom­Tom GO 510 liegt nur um Haa­res­breite vor sei­nen bei­den Kon­kur­ren­ten. Für das Navi spre­chen die sehr guten Echtzeit-Verkehrsinfos, der kos­ten­lose Blit­zer­war­ner sowie die Kar­ten­er­wei­te­rung („welt­weit“).

Wer sich alle Details zu den Navis anse­hen möchte, fin­det hier die Leis­tungs­ta­belle zu den getes­te­ten Gerä­ten.

Mobile Navis vs. Smartphone-Apps

Die mobi­len Navis kon­kur­rie­ren mit Smart­pho­nes und ent­spre­chen­den Apps, die es für Android und Apple iOS sogar kos­ten­los gibt. Emp­feh­lun­gen sind Goo­gle Maps mit ein­fa­chen Grund­funk­tio­nen, die Community-App Waze und Hero WeGo mit umfang­rei­chen Extras. Dar­über hin­aus gibt es in den App-Stores noch unzäh­lige kos­ten­pflich­tige Anwen­dun­gen wie Sygic, Navi­gon, iWay, Nav­mii und CoPi­lot GPS. Je nach Anbie­ter und Umfang sind bis zu 80 Euro für die Navi-App fäl­lig. Rech­net man das zur Smartphone-Nutzung benö­tigte Zube­hör wie Hal­te­rung und Lade­ad­ap­ter samt Kabel hinzu, ist der Preis­un­ter­schied zu einem mobi­len Navi nicht mehr allzu groß.

Die Navi­ga­ti­ons­ge­räte punk­ten aber ent­schei­dend mit einem ande­ren gro­ßen Vor­teil: Sie arbei­ten unab­hän­gig vom Smart­phone und kön­nen abwech­selnd in meh­re­ren Fahr­zeu­gen von unter­schied­li­chen Per­so­nen genutzt wer­den. Und: Dank der gegen Son­nen­ein­strah­lung bes­ser iso­lier­ten Gehäuse arbei­ten die mobi­len Navis auch dann hin­ter der Front­scheibe wei­ter, wenn sich das Smart­phone wegen Über­hit­zung aus­schal­tet.

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