Unfall auf der Autobahn

Günstige Navis fürs Auto im ACV Test

Ist das Navi nicht Teil der Kfz-​Ausstattung, lässt es sich als mobi­les Gerät leicht nach­rüs­ten und war­tet zudem mit vie­len nütz­li­chen Extras auf. Der ACV hat drei preis­lich attrak­tive Modelle für rund 150 Euro unter die Lupe genom­men.

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Der ACV hat drei mobile Navis von Gar­min, Becker und Tom­Tom getes­tet

Umständ­li­che Falt­kar­ten oder das Erfra­gen der Stre­cke bei Pas­san­ten am Stra­ßen­rand ist zum Glück nicht mehr nötig: Heute füh­ren moderne Navis auf über­sicht­li­chen Kar­ten kom­for­ta­bel zum Ziel, war­nen vor Blit­zern und Gefah­ren, umfah­ren Staus und brin­gen den Fah­rer zu Tank­stel­len, Restau­rants und Sehens­wür­dig­kei­ten ent­lang der Stre­cke.

Wir haben drei mobile Navis getes­tet, die jeweils für einem Neu­preis von ca. 150 Euro zu haben sind:

  • Becker Ready.5 EU
  • Gar­min Drive 51 LMT-​S
  • Tom­Tom GO 510

Drei Geräte im Test: Becker, Gar­min und Tom­Tom

Aus der Fülle der im Han­del ange­bo­te­nen mobi­len Navis in ver­schie­de­nen Grö­ßen, Preis– und Leis­tungs­klas­sen haben wir drei ver­gleich­bare Geräte aus­ge­wählt: Becker Ready.5 EU, Gar­min Drive 51 LMT-​S und Tom­Tom GO 510 besit­zen einen 5-​Zoll-​Farbbildschirm und kos­ten im Han­del beim Redak­ti­ons­schluss rund 150 Euro.

Die Navis lassen sich sicher befestigen und leicht justieren
Die Navis las­sen sich dank Saug­napf sicher befes­ti­gen und leicht jus­tie­ren

Ein wei­te­res Aus­wahl­kri­te­rium für die Test­kan­di­da­ten ist die dau­er­hafte („lebens­lange“) Ver­füg­bar­keit von aktu­el­lem Kar­ten­ma­te­rial – sodass für die Nut­zung keine Fol­ge­kos­ten ent­ste­hen. Wie gut sich die mobi­len Navis im All­tag schla­gen, haben wir auf drei Test­stre­cken (nörd­li­che Schwarzwald-​Tour, Innen­stadt von Frei­burg und Stau­um­fah­rung der A 5 von Offen­burg in Rich­tung Basel) her­aus­ge­fun­den.

Dank sta­bi­ler Saugnapf-​Halterungen ist die tem­po­räre Mon­tage der mobi­len Navis an der Wind­schutz­scheibe im Fahr­zeug schnell erle­digt. Die beste Hal­te­rung besitzt das TomTom-​Navi mit einem Drehrad zur Jus­tie­rung. Strom bezie­hen die Navis mit Hilfe ihrer aus­rei­chend lan­gen Anschluss­ka­bel aus dem Ziga­ret­ten­an­zün­der. Zur Not besit­zen die Geräte einen Akku, der aber je nach Gerät nur für Kurz­stre­cken von 60 bis 120 Minu­ten reicht.

So navi­gie­ren die drei Navis zum Ziel


Beim Becker-​Gerät las­sen sich viele Rou­ten­op­tio­nen ein­stel­len

Bei einem Navi spie­len drei Fak­to­ren eine wesent­li­che Rolle: das Kar­ten­ma­te­rial, die Navi­ga­ti­ons­op­tio­nen und die Dar­stel­lung. Bei den Kar­ten und der Ziel­füh­rung haben wir keine nen­nens­wer­ten Unter­schiede fest­stel­len kön­nen. Beim Tom­Tom GO 510 dau­ert das Hoch­fah­ren bis zur Betriebs­be­reit­schaft recht lange. Bei den Optio­nen gefal­len uns die Aus­schluss­kri­te­rien beim Becker Ready.5 EU, die sogar Umwelt­zo­nen und lange Tun­nels berück­sich­ti­gen. Das Ein­stel­len der gewünsch­ten Route zur Ziel­adresse ist bei allen drei Gerä­ten über PLZ oder Orts­na­men mit Straße schnell erle­digt.

Ebenso ein­fach las­sen sich Son­der­ziele wie Flug­hä­fen und Bahn­höfe aus­wäh­len. Prak­tisch: Wer auf dem PC in Out­look seine Kon­takte ver­wal­tet, kann sie mit­tels Becker-​Software auf das Navi über­spie­len. Die Sprach­steue­rung beim TomTom-​Navi funk­tio­niert gut, wenn man sich mit den Befeh­len ver­traut gemacht hat.

Nach der Rou­ten­be­rech­nung geht’s los. Die Ansa­gen sind klar ver­ständ­lich – es gibt sowohl Frauen– als auch Män­ner­stim­men zur Aus­wahl. Die Anzei­gen sind auf allen drei Gerä­ten in Ord­nung, am über­sicht­lichs­ten ist es für unse­ren Geschmack beim Gar­min Drive 51 LMT-​S. Bei der Fahrt wer­den dann aktu­elle Ver­kehrs­in­fos berück­sich­tigt und bei Gar­min und Tom­Tom dank Smartphone-​Kopplung und Inter­net­ver­bin­dung sogar Echt­zeit­dienste. Tank­stel­len und Rast­höfe ent­lang der Stre­cke las­sen sich ziel­si­cher ansteu­ern. Beim Becker kön­nen sogar indi­vi­du­elle Fahr­zeug­da­ten ange­ge­ben wer­den, um mit Hilfe des Ben­zin­ver­brauchs des Autos eine öko­no­mi­sche Route zu berech­nen. Bei der Stre­cken­füh­rung leis­ten sich die drei Navis kei­nen Pat­zer und füh­ren bei glei­chen Ein­stel­lun­gen auf iden­ti­schen Wegen zum Ziel.

Fazit: Alle drei Geräte über­zeu­gen

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Beim ACV Test der mobi­len Navis lag das Tom­Tom GO 510 knapp vorne.

Die drei von uns getes­te­ten mobi­len Navis lie­gen preis­lich gleich­auf und auch bei den gebo­te­nen Funk­tio­nen gibt es nur mini­male Unter­schiede. Das Becker-​Gerät über­zeugt mit einer aus­ge­reif­ten Bedie­nung, guten Kar­ten und einer ins­ge­samt sehr ansehn­li­chen Dar­stel­lung der Route. Nütz­lich sind die Aus­schluss­kri­te­rien bei der Rou­ten­pla­nung und die Aus­wahl ver­schie­de­ner Fahr­zeug­ty­pen. Im Unter­schied zum Becker Ready.5 EU bie­ten Gar­min Drive 51 LMT-​S und Tom­Tom GO 510 die Bluetooth-​Kopplung mit einem Smart­phone. Das bringt einige Echt­zeit­dienste wie Wet­ter­da­ten, Ben­zin­preise und Ver­kehrs­in­for­ma­tio­nen auf das mobile Navi.

Das Tom­Tom GO 510 liegt nur um Haa­res­breite vor sei­nen bei­den Kon­kur­ren­ten. Für das Navi spre­chen die sehr guten Echtzeit-​Verkehrsinfos, der kos­ten­lose Blit­zer­war­ner sowie die Kar­ten­er­wei­te­rung („welt­weit“).

Wer sich alle Details zu den Navis anse­hen möchte, fin­det hier die Leis­tungs­ta­belle zu den getes­te­ten Gerä­ten.

Fest ein­ge­bau­tes Navi oder mobi­les Gerät?

Bei vie­len neuen Fahr­zeu­gen ist ein fest ein­ge­bau­tes Navi stan­dard­mä­ßig mit dabei oder kann als Teil einer Mul­ti­me­dia­ein­heit gegen einen sat­ten Auf­preis von meh­re­ren Hun­dert Euro bestellt wer­den. Doch das kön­nen Sie sich auch spa­ren und sich statt­des­sen für ein mobi­les Gerät ent­schei­den. Denn das mobile Navi bringt gleich meh­rere Vor­teile: Das Gerät kann in ver­schie­de­nen Fahr­zeu­gen inner­halb der Fami­lie genutzt wer­den. Außer­dem erweist es sich als praik­tisch bei Wochen­end­tou­ren im Old­ti­mer abseits der Haupt­ver­kehrs­stra­ßen oder bei der Urlaubs­fahrt im Wohn­mo­bil. Aber auch das Ange­bot an Kar­ten­ma­te­rial spricht ein­deu­tig für ein mobi­les Navi.

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Immer zum Ziel: Mobile Navis las­sen sich leicht um aktu­el­les Kar­ten­ma­te­rial ergän­zen

Kla­rer Vor­teil: Aktu­elle Kar­ten

Im Ver­gleich zu einem mobi­len Navi sind die Fest­ein­bau­ten vor allem im Hin­blick auf die Kos­ten für die regel­mä­ßi­gen Kar­ten­ak­tua­li­sie­run­gen unver­hält­nis­mä­ßig teuer. Wäh­rend bei den von uns getes­te­ten Navis die Kar­ten dau­er­haft („lebens­lang“) kos­ten­los sind, ver­lan­gen die Auto­mo­bil­her­stel­ler mit­un­ter über 200 Euro für das jähr­li­che Update der Euro­pa­kar­ten. Für ältere Fahr­zeuge sind oft­mals gar keine Updates mehr zu bekom­men.

Klar, ein Navi lässt sich auch ohne aktu­elle Kar­ten nut­zen. Aber wenn ganze Neu­bau­ge­biete und neue Stra­ßen feh­len oder geän­derte Ver­kehrs­füh­run­gen nicht berück­sich­tigt wer­den, macht eine Navi­ga­tion nur noch ein­ge­schränkt Sinn.

Mobile Navis vs. Smartphone-​Apps

Die mobi­len Navis kon­kur­rie­ren mit Smart­pho­nes und ent­spre­chen­den Apps, die es für Android und Apple iOS sogar kos­ten­los gibt. Emp­feh­lun­gen sind Google Maps mit ein­fa­chen Grund­funk­tio­nen, die Community-​App Waze und Hero WeGo mit umfang­rei­chen Extras. Dar­über hin­aus gibt es in den App-​Stores noch unzäh­lige kos­ten­pflich­tige Anwen­dun­gen wie Sygic, Navi­gon, iWay, Nav­mii und CoPi­lot GPS. Je nach Anbie­ter und Umfang sind bis zu 80 Euro für die Navi-​App fäl­lig. Rech­net man das zur Smartphone-​Nutzung benö­tigte Zube­hör wie Hal­te­rung und Lade­ad­ap­ter samt Kabel hinzu, ist der Preis­un­ter­schied zu einem mobi­len Navi nicht mehr allzu groß.

Die Navi­ga­ti­ons­ge­räte punk­ten aber ent­schei­dend mit einem ande­ren gro­ßen Vor­teil: Sie arbei­ten unab­hän­gig vom Smart­phone und kön­nen abwech­selnd in meh­re­ren Fahr­zeu­gen von unter­schied­li­chen Per­so­nen genutzt wer­den. Und: Dank der gegen Son­nen­ein­strah­lung bes­ser iso­lier­ten Gehäuse arbei­ten die mobi­len Navis auch dann hin­ter der Front­scheibe wei­ter, wenn sich das Smart­phone wegen Über­hit­zung aus­schal­tet.

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