Sturmschaden Auto

Sturmschaden am Auto: Wer zahlt, wenn’s stürmt?

Wer zahlt beim Sturm­scha­den am Auto? Greift die Teil­kas­ko­ver­si­che­rung? Was pas­siert, wenn der Sturm­scha­den ein Total­scha­den ist? Der ACV gibt Ant­wor­ten.

Sturm­schä­den am Auto sind das Ergeb­nis von hef­ti­gen Unwet­tern, die in den letz­ten Jah­ren zuge­nom­men haben und laut Exper­ten künf­tig noch zuneh­men wer­den. Orkan­böen mit Wind­ge­schwin­dig­kei­ten von über 100 km/​h decken ganze Dächer ab, ent­wur­zeln rei­hen­weise Bäume.

Stra­ßen glei­chen Schrott­plät­zen

Nach dem Unwet­ter trauen viele Auto­fah­rer ihren Augen nicht: Hagel, Blitz­schlag, Über­schwem­mun­gen und umge­stürzte Bäume kön­nen man­che Stra­ßen in Schrott­plätze ver­wan­deln. Die Schä­den am Auto stei­gen in die Mil­lio­nen, die Tele­fone der Ver­si­che­run­gen lau­fen nach einem Sturm heiß.

Sturmschaden

Was Sie bei einem Sturm­scha­den am Auto tun soll­ten

Die immer wie­der­keh­rende Frage lau­tet: Wer zahlt was und wie viel? Eine pau­schale Ant­wort dar­auf gibt es nicht, der Ein­zel­fall ent­schei­det. Kfz-​Teilkasko-​Versicherungen decken alle direk­ten Blitz-​, Hagel– und Sturm­schä­den an Kraft­fahr­zeu­gen ab. Resul­tiert der Sturm­scha­den am Auto zum Bei­spiel aus umher­flie­gen­den Dach­pfan­nen, her­ab­stür­zen­den Ästen oder umge­stürz­ten Bäu­men, dann zahlt die Ver­si­che­rung in der Regel, indem sie für die not­wen­di­gen Repa­ra­tu­ren auf­kommt. Oft hat der Ver­si­che­rungs­neh­mer eine Selbst­be­tei­li­gung ver­ein­bart, die natür­lich von der Ent­schä­di­gungs­summe abge­zo­gen wer­den muss.

Die Teil­kasko zahlt aller­dings nur, wenn es sich nach­weis­lich um einen Sturm­scha­den han­delt, das bedeu­tet ab einer Wind­stärke von 8 bft, also bei Wind­ge­schwin­dig­kei­ten von über 62 km/​h. Beim Deut­schen Wet­ter­dienst kann man sich nach­träg­lich infor­mie­ren, wel­che Wind­ge­schwin­dig­kei­ten am frag­li­chen Tag geherrscht haben.

Was pas­siert bei Total­schä­den durch Sturm?

Für eine Über­ra­schung sor­gen Sturm­schä­den unter Umstän­den bei Besit­zern älte­rer Autos. Denn hier kön­nen die Repa­ra­tur­kos­ten oft den Wie­der­be­schaf­fungs­wert über­stei­gen. Bei einem in die Jahre gekom­me­nen Fahr­zeug muss schnell von einem Total­scha­den aus­ge­gan­gen wer­den, da die Repa­ra­tur­kos­ten oft über dem Wie­der­be­schaf­fungs­wert lie­gen. In die­sen Fäl­len muss auf Total­scha­den­ba­sis abge­rech­net wer­den. Dass der ide­elle Wert keine Rolle spielt, bestä­ti­gen auch die Exper­ten der Ver­brau­cher­zen­trale.

Nicht immer zahlt die Teil­kasko

Nicht die Teil­kasko, son­dern nur die Voll­kas­ko­ver­si­che­rung tritt für einen Blech­scha­den ein, den der Fah­rer selbst ver­schul­det, etwa wenn ein Auto­fah­rer gegen einen umge­stürz­ten Baum fährt. Ist ein erkenn­bar mor­scher Baum umge­stürzt und hat Haus oder Auto beschä­digt, greift nicht die Kfz-​Versicherung des Geschä­dig­ten, son­dern dann muss der Baum­be­sit­zer oder des­sen Haft­pflicht­ver­si­che­rung für den Scha­den auf­kom­men. Oft stellt sich die Beweis­lage in so einem Fall jedoch als sehr schwie­rig dar. Stürzt bei­spiels­weise ein Baum infolge eines orkan­ar­ti­gen Sturms um, spricht man von „höhe­rer Gewalt“ und der Eigen­tü­mer haf­tet nicht für einen Scha­den.

Grund­sätz­lich gilt: Sturm­schä­den soll­ten Sie direkt der Ver­si­che­rung mel­den, damit diese einen Gut­ach­ter schi­cken und die Klä­rung des Falls sowie die even­tu­elle Kos­ten­über­nahme in Gang set­zen kann.

Ver­si­che­rungs­schutz gegen Sturm­schä­den rat­sam

Ver­si­che­rungs­muf­fel, die noch kei­nen Teil– oder Vollkasko-​Schutz abge­schlos­sen haben, soll­ten ihre bis­he­rige Zurück­hal­tung noch ein­mal über­den­ken: Kli­ma­for­scher gehen davon aus, dass Sturm­schä­den und som­mer­li­che Unwet­ter in den nächs­ten Jah­ren zuneh­men wer­den. Beson­ders scha­den­träch­tige Stur­mer­eig­nisse mit einer Inten­si­tät, wie sie bis­lang nur alle 50 Jahre vor­ka­men, könn­ten zukünf­tig alle zehn Jahre ein­tre­ten.