Dienstfahrrad

Verkehrsregeln für Radfahrer – fünf Irrtümer und wie es richtig geht!

Muss ich am Zebra­strei­fen run­ter vom Sat­tel? Ist es eigent­lich erlaubt, mit dem Rad durch die Fuß­gän­ger­zone zu fah­ren? Was mache ich, wenn es dann doch mal gekracht hat? Wir klä­ren fünf pro­mi­nente Irr­tü­mer aus dem All­tag auf.

Fahrrad ZebrastreifenWenn sich Rad­fah­rer am Stra­ßen­ver­kehr betei­li­gen, kommt es schnell zu Regel-​​Irrtümern.

Nicht immer liegt dabei ein Fehl­ver­hal­ten sei­tens der Rad­fah­rer vor – aller­dings herr­schen hier erfah­rungs­ge­mäß oft grobe Fehl­ein­schät­zun­gen bezüg­lich der Ver­kehrs­re­ge­lun­gen aus der StVO vor.

Wir zei­gen, wel­che das sind und wie Sie als Rad­fah­rer die fünf häu­figs­ten Irr­tü­mer beim Rad­fah­ren ver­mei­den kön­nen.

Irr­tum 1: Fahr­rad­fah­rer müs­sen am Zebra­strei­fen nicht abstei­gen.

Falsch, denn: Wenn Rad­fah­rer einen Zebra­strei­fen über­que­ren wol­len, dann sind sie ver­pflich­tet, vor­her vom Fahr­rad abzu­stei­gen. Dies ergibt sich zwar nicht expli­zit aus der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung, wohl aber aus der stän­di­gen Recht­spre­chung der Gerichte. Diese neh­men min­des­tens eine Mit­schuld des Fahr­rad­fah­rers an, wenn es beim fah­ren­den Über­que­ren des Zebra­strei­fens zu einem Unfall kommt.

Zur Begrün­dung beru­fen sich die Gerichte hier­bei auf § 10 Satz (1) der StVO: Dem­nach müs­sen sich alle Ver­kehrs­teil­neh­mer so ver­hal­ten, dass eine Gefähr­dung der ande­ren Ver­kehrs­teil­neh­mer aus­ge­schlos­sen wird – das gilt natür­lich auch für Fahr­rad­fah­rer, für die beim Ein­fah­ren auf einen Zebra­strei­fen dem­nach erhöhte Sorg­falts­pflich­ten gel­ten. Natür­lich ist die Sorg­falt auch vom rest­li­chen Ver­kehr abhän­gig – befin­det sich weit und breit kein wei­te­rer Ver­kehrs­teil­neh­mer, sind hier deut­lich weni­ger Anfor­de­run­gen ein­zu­hal­ten als bei dich­tem Stadt­ver­kehr.

Irr­tum 2: Fahr­rad­fah­rer dür­fen in einer Ein­bahn­straße auch in die ent­ge­gen­ge­setzte Rich­tung fah­ren.

Einbahnstraße
Hier ist Fahr­rad­fah­rern die Durch­fahrt erlaubt.

Falsch, denn: Rad­fah­rer gel­ten ebenso als Ver­kehrs­teil­neh­mer wie Auto­fah­rer. Beim Befah­ren einer Ein­bahn­straße sind sie dem­nach ebenso wie diese dazu ver­pflich­tet, sich an die ange­zeigte Rich­tung zu hal­ten.

Steigt der Rad­fah­rer von sei­nem Fahr­rad ab und schiebt das Fahr­rad auf dem Geh­weg in die ent­ge­gen­ge­setzte Rich­tung, dann ist dies jedoch recht­lich zuläs­sig und auch im Sinne der StVO nicht zu bean­stan­den.

Wich­tig zu wis­sen: Häu­fig wer­den in Ein­bahn­stra­ßen Zusatz­schil­der ange­bracht, auf denen Fahr­rad­fah­rern das Befah­ren der Ein­bahn­straße in bei­den Rich­tun­gen gestat­tet wird.

Irr­tum 3: Auf dem Gepäck­trä­ger dür­fen Fahr­rad­fah­rer jeman­den mit­neh­men.

Person auf dem Gepäckträger mitnehmen
Die Freun­din auf dem Rad mit­neh­men? Lei­der nicht erlaubt.

Falsch, denn laut § 21 Absatz 3 dür­fen nur Kin­der bis zum sieb­ten Lebens­jahr von einer Per­son, die min­des­tens 16 Jahre alt ist in einem pas­sen­den Sitz auf dem Gepäck­trä­ger mit­ge­nom­men wer­den.

Der Zweirad-​​Industrie-​​Verband setzt sich jedoch für die Bear­bei­tung des Geset­zes ein, sodass das Beför­de­rungs­ver­bot nur für Fahr­rä­der mit einem Sitz gilt

Irr­tum 4: In Fuß­gän­ger­zo­nen müs­sen Fahr­rad­fah­rer grund­sätz­lich schie­ben.

Fahrrad in der Fußgängerzone
Auf dem Sat­tel sit­zend durch die Fuß­gän­ger­zone? Nicht erlaubt!

Falsch, obwohl das Ver­kehrs­schild 242.1, das eine Fuß­gän­ger­zone mar­kiert ein Rad­fahr­ver­bot beinhal­tet, dür­fen Fahr­rad­fah­rer ihren Draht­esel als Tret­rol­ler benut­zen.

Wenn der Fah­rer mit einem Fuß auf dem Pedal steht, den ande­ren Fuß zum Antrieb nutzt und beide Hän­den am Len­ker sind, ist diese Fort­be­we­gung zuläs­sig.

Irr­tum 5: Fahr­rad­fah­rer dür­fen grund­sätz­lich neben­ein­an­der fah­ren.

Falsch, denn die StVO hält expli­zit fest, dass Fahr­rad­fah­rer dazu ver­pflich­tet sind, hin­ter­ein­an­der zu fah­ren. Gemäß § 2 Absatz (4) darf die­ser Grund­satz nur dann außer Acht gelas­sen wer­den, wenn der Ver­kehr dadurch nicht behin­dert wird.

Wenn meh­rere Fahr­rad­fah­rer in einer Gruppe unter­wegs sind, dann bil­den sie ab 16 oder mehr Rad­fah­rern einen Ver­band: Die Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung sieht in § 27 vor, dass Fahr­rad­fah­rer im Ver­band zu zweit neben­ein­an­der fah­ren dür­fen.

hinweisACV Vor­teil

Juris­ti­sche Bera­tung für ACV Mit­glie­der

klugo logoWenn es im Stra­ßen­ver­kehr als Fahr­rad– oder Auto­fah­rer zu Kon­flik­ten oder sogar zu einem Unfall kommt, emp­fiehlt sich eine kos­ten­lose Erst­be­ra­tung durch einen KLUGO-​​Anwalt. Diese hilft bei der Pla­nung wei­te­rer juris­ti­scher Schritte.

ACV Mit­glie­der erhal­ten über unse­ren Part­ner KLUGO eine kos­ten­lose recht­li­che Erst­be­ra­tung durch einen kom­pe­ten­ten Rechts­an­walt. Hier geht’s zur Rechts­be­ra­tung für ACV Mit­glie­der.