Fahrradhelm Test

Fahrradhelme im Test

Die Stiftung Warentest hat 18 Fahrradhelme nach ihrem neuen und strengeren Prüfverfahren getestet. Nur drei der geprüften Helme schafften ein gutes Qualitätsurteil, alle anderen Produkte überzeugten die Prüfer nicht ausreichend.

Test­sie­ger Melon Urban Active

Test­sie­ger ist das Modell Melon Urban Active, das für rund 70 Euro erhält­lich ist. Der Helm über­zeugte vor allem durch eine gute Stoß­dämp­fung und die Belast­bar­keit sei­nes ver­ar­bei­te­ten Mate­ri­als wie Rie­men und Magnet­ver­schluss und weist kei­ner­lei Schad­stoffe auf. Auch bei der Hand­ha­bung und dem Kom­fort konnte das Modell bei den Tes­tern punk­ten. Zudem wird das Sicht­feld bei Melon Urban Active nicht ein­ge­schränkt und die Belüf­tung funk­tio­niert den Tes­tern nach akzep­ta­bel, so dass auch Hobby-Sportradler mit die­sem Helm eine gute Wahl tref­fen. Ein­zige Schwach­stelle: lei­der ist man nachts für andere nicht gut sicht­bar.

Ked Crom für Spor­trad­ler

Spor­trad­ler tref­fen mit dem der Helm KED Crom (80 Euro) eine gute Ent­schei­dung. Er besticht wie sein Vor­gän­ger eben­falls durch gute eine Stoß­dämp­fung und vor allem eine ange­nehme Hand­ha­bung. Anpas­sen, Auf­set­zen, Abset­zen – alles kein Pro­blem. Plus­punkte gaben die Tes­ter von Stif­tung Waren­test außer­dem für den hohen Tra­ge­kom­fort sowie keine Ein­schrän­kung des Sicht­fel­des. Spor­trad­lern wird es bei dem Modell KED Crom sicher nicht heißt unter dem Helm, denn die Belüf­tung funk­tio­niert ein­wand­frei. Schwach­stelle sind die Rie­men, die sich beim Trans­port recht leicht ver­stel­len.

Nut­case mit „gut” bewer­tet

Das dritte Modell, das mit „gut“ bewer­tet wurde, ist das Modell Nut­case Street Gen3, das für rund 80 Euro und in vie­len unter­schied­li­chen Desi­gn­va­ri­an­ten erhält­lich ist. Bei der Stoß­dämp­fung müs­sen auch hier kei­ner­lei Abstri­che gemacht wer­den. Plus­punkte sam­melte der Helm beim Tra­ge­kom­fort und durch sei­nen guten Magnet­ver­schluss. Posi­tiv befand die Stif­tung Waren­test zudem die gute Erkenn­bar­keit für andere Ver­kehrs­teil­neh­mer bei Nacht. Ein Manko des Helms ist die Ein­schrän­kung des Sicht­felds für den Trä­ger.

Stif­tung Waren­test prüft jetzt stren­ger

Die Stif­tung Waren­test gibt an, ihre Prüf­an­for­de­run­gen bei dies­jäh­ri­gem Test im Ver­gleich zu dem Test von 2012, bei dem noch 9 von 16 mit „gut“ bewer­tet wur­den, ange­ho­ben zu haben.

„Ein Fahr­rad­helm dämpft beim Unfall den Stoß auf den Kopf. Bis­lang haben die­sen Schutz in Anleh­nung an die DIN-Norm mit leicht erhöh­ten Geschwin­dig­kei­ten geprüft und bewer­tet. Wir berück­sich­tig­ten ledig­lich die Beschleu­ni­gung des Kop­fes in Stoß­rich­tung. Die Norm defi­niert Berei­che des Helms, in denen beim Test der Stoß auf­tref­fen soll“, so die Stif­tung Waren­test. Bei dem neuen Test­ver­fah­ren wer­den nun unter Fest­le­gung der Auf­treff­punkte, vor allem der Schutz für Stirn und Schläfe geprüft sowie die Dauer, mit der ein Stoß aufs Gehirn ein­wirkt und die Dreh­be­we­gung des Kop­fes gemes­sen. Diese Kom­po­nen­ten tra­gen beson­ders zur Schwere von Ver­let­zun­gen bei.

Helme müs­sen rich­tig pas­sen

Kein Helm, der nicht rich­tig passt, kann sei­nen Trä­ger bei einem Sturz vor gefähr­li­chen Ver­let­zun­gen schüt­zen. Die Exper­ten der Stif­tung Waren­test raten davon ab, Fahr­rad­helme ohne Anprobe oder über das Inter­net zu kau­fen. Allein die Grö­ßen­ta­bel­len der unter­schied­li­chen Anbie­ter wei­chen deut­lich von­ein­an­der ab. Eines der wich­tigs­ten Kauf­kri­te­rium muss sein, dass die Helm­schale rich­tig sitzt – weder zu groß noch zu klein ist. Ach­ten Sie beim Kauf eines Fahr­rad­helms dar­auf, dass keine Stelle unge­pols­tert auf die Schä­del­de­cke drückt, raten die Tes­ter.

Sind wir Helm­muf­fel?

Man­che stei­gen nicht ohne Fahr­rad­helm auf ihr Moun­tain­bike, Renn­rad oder Draht­esel, andere leh­nen ihn kon­se­quent ab. Das Bun­des­mi­nis­te­rium für Ver­kehr und Infra­struk­tur (BMVI) und der Deut­sche Ver­kehrs­si­cher­heits­rat (DVR) war­ben kürz­lich bun­des­weit mit den Star Wars Figu­ren Darth Vader und Stormt­ro­oper auf gro­ßen Pla­kat­wän­den für das Tra­gen von Fahr­rad­hel­men und möch­ten damit den Trend der stei­gen­den Tra­ge­quote bei Fahr­rad­hel­men unter­stüt­zen. Eine aktu­elle Umfrage des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts You­Gov zeigt, dass 41 Pro­zent der Deut­schen eine all­ge­meine Helm­pflicht für Rad­fah­rer befür­wor­ten, Von den Befrag­ten spra­chen sich 17 Pro­zent dafür aus, die Helm­pflicht nur für „bestimmte Per­so­nen­grup­pen“ ein­zu­füh­ren. Von die­sen Befrag­ten begrüß­ten 88 Pro­zent eine Tra­ge­pflicht für Kin­der. Befragt man regel­mä­ßige Rad­ler, dann befür­wor­tet nur jeder Dritte eine all­ge­meine Helm­pflicht. 44 Pro­zent leh­nen eine Vor­schrift ab. Das ergab eine reprä­sen­ta­tive Umfrage im Auf­trag der Deut­schen Presse-Agentur.

„Wir appel­lie­ren an die Eigen­ver­ant­wor­tung eines jeden Rad­fah­rers, sich mit einem Helm im Stra­ßen­ver­kehr zu schüt­zen“, sagt Lars Wage­ner vom ACV. Schließ­lich kön­nen Rad­helme schwere Kopf­ver­let­zun­gen ver­hin­dern oder abmil­dern.

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