Suzuki SX4

Nissan Qashqai und Suzuki SX4

Nis­san Qas­h­qai und Suzuki SX4 hei­ßen die jüngs­ten Neu­hei­ten bei den kom­pak­ten SUVs. Was sie kön­nen, lesen Sie hier.

Der SUV-​Boom läuft und läuft. Auch im letz­ten Jahr stie­gen die Ver­kaufs­zah­len wie­der um 20 Pro­zent gegen­über dem Vor­jahr, und ein Ende des Trends ist nicht abzu­se­hen im Gegen­teil: Immer neue Modelle bele­ben die Nach­frage, und dazu zäh­len auch die bei­den Kon­tra­hen­ten in die­sem Ver­gleich. Der Nis­san Qas­h­qai spielt genau wie der Suzuki SX4 in der Liga der Kompakt-​SUVs, was sich sowohl auf die Abmes­sun­gen wie auch auf die Preise bezieht. In der jewei­li­gen Basis­aus­stat­tung lie­gen beide noch unter der 20 000-​Euro-​Schwelle.

Für eine geho­bene Aus­stat­tung und spar­same Die­sel­mo­to­ren dür­fen es dann schon rund 25 000 Euro sein, doch dafür bekommt der Kunde in bei­den Fäl­len ein Auto, das nicht mehr wirk­lich kom­pakt wirkt, dem­ge­mäß aber auch mit ordent­li­chem Lebens­raum, beque­men Sit­zen und ver­nünf­ti­gem Lade­vo­lu­men auf­war­tet. Sogar auf der Rück­bank ist die Bein­frei­heit in bei­den Model­len mehr als aus­rei­chend, im Suzuki müs­sen groß gewach­sene Pas­sa­giere aber ein wenig den Kopf ein­zie­hen.

Suzuki: Bes­ser ohne Schie­be­dach

Suzuki SX4
Neue Größe: Im Ver­gleich zum Vor­gän­ger ist der neue SX4 S-​Cross deut­lich gewach­sen

Schö­ner wohnt es sich auch sonst im Nis­san, der mit moder­nem Interieur-​Design, guter Funk­tio­na­li­tät und ordent­li­cher Ver­ar­bei­tung glänzt. Der Qas­h­qai lässt sich leicht und intui­tiv bedie­nen und macht ins­ge­samt einen wer­ti­ge­ren und wohn­li­che­ren Ein­druck als der SX4 mit sei­nem ziem­lich trist wir­ken­den Innen­raum, der nach­läs­si­gen Ver­ar­bei­tung und teils kom­pli­zier­ter Bedie­nung.

Die Freude am seri­en­mä­ßi­gen Audio-​System des Suzuki wird durch den emp­fangs­schwa­chen Tuner getrübt, das Navi­ga­ti­ons­sys­tem zeich­net sich vor allem durch seine wirre Menü­füh­rung aus und das Schie­be­dach öff­net man bes­ser nur im Stadt­ver­kehr: Schon ab 60 km/​h nervt das offene Luk mit lau­tem Rau­schen, das sich ab 90 km/​h so stei­gert, dass Gesprä­che zwi­schen den Insas­sen unmög­lich wer­den. Rela­tiv hohe Wind­ge­räu­sche sind aber auch bei geschlos­se­nem Dach ein Thema, etwas mehr Fein­ar­beit bei der Aero­dy­na­mik hätte hier nicht gescha­det. Nicht gerade auf dem Stand der Tech­nik ist der Suzuki auch bei den Assis­tenz­sys­te­men: Mehr als eine Ein­park­hilfe, ein Tem­po­mat und ein Berganfahr-​Assistent sind für den SX4 auch gegen Auf­preis nicht zu haben, wäh­rend Nis­san den Qas­h­qai in der getes­te­ten Acenta-​Ausstattung dar­über hin­aus seri­en­mä­ßig mit einem auto­no­men Not­brems­sys­tem sowie einem Fern­licht– und Spurhalte-​Assistent bestückt.

Nis­san: Rennt schnel­ler, aber schluckt weni­ger

Nissan Qashqai
Erfolgs­typ: Qas­h­qai, der meist­ver­kaufte Nis­san in Deutsch­land

Eben­falls kei­nen son­der­lich star­ken Ein­druck hin­ter­lässt die Antriebs­ein­heit des SX4. Der 120 PS starke 1,6-l-Turbodiesel (alter­na­tiv ist zum Min­der­preis von 2200 Euro ein gleich star­ker Ben­zi­ner erhält­lich) läuft ziem­lich rau, ist nicht wirk­lich spar­sam und bringt trotz höhe­rer Motor­leis­tung und fast iden­ti­schen Gewichts weni­ger Tem­pe­ra­ment an die vier Antriebs­rä­der als der Qas­h­qai, des­sen Tur­bo­die­sel mit gerin­ge­rem Hub­raum und weni­ger PS nicht nur deut­lich flot­ter zur Sache kommt. Zudem läuft er deut­lich lei­ser und schluckt weni­ger, was nicht zuletzt auf das Konto des sehr lang über­setz­ten sechs­ten Gangs geht. Schon an leich­ten Auto­bahn­stei­gun­gen geht dem Nis­san damit die Puste aus, Zurück­schal­ten ist dann ange­sagt, und das könnte schon etwas leich­ter gehen, denn mit der Füh­rung des Schalt­he­bels hät­ten sich die Nissan-​Entwickler ruhig etwas mehr Mühe geben kön­nen. Wer sich die hake­lige Schal­tung erspa­ren will, muss eine andere Moto­ri­sie­rung wäh­len, denn ein Auto­ma­tik­ge­triebe gibt es für den Qas­h­qai nur in Ver­bin­dung mit einem 115 PS star­ken Ben­zi­ner oder dem 1,6-Liter-Diesel mit 130 PS.

All­rad­an­trieb: Nur bei Suzuki seri­en­mä­ßig

Suzuki SX4
Die nach hin­ten abfal­lende Dach­li­nie des SX4 redu­ziert den Kopf­raum auf der Rück­bank

Auf etwa gleich hohem Niveau lie­gen die Test­kan­di­da­ten beim Fahr­ver­hal­ten. Beide bie­ten sehr ordent­li­chen Kom­fort, bügeln dank lan­ger Feder­wege Löcher und Fugen in der Fahr­bahn weit­ge­hend aus und beein­dru­cken mit her­vor­ra­gen­der Brems­leis­tung. Leichte Abstri­che gibt es nur beim Suzuki, der emp­find­lich auf star­ken Sei­ten­wind rea­giert und sich mit sei­ner sehr leicht­gän­gi­gen Len­kung bei hohen Geschwin­digkeiten nicht son­der­lich prä­zise steu­ern lässt. Auch hier hat der Quas­h­qai die Nase vorn: Selbst in schnel­len Auto­bahn­kur­ven bekom­men Nissan-​Fahrer keine feuch­ten Hände. Dazu könnte es schon eher auf glat­ter Fahr­bahn oder in ande­ren trak­ti­ons­ar­men Situa­tio­nen kom­men, wenn der Front­trieb­ler an seine Gren­zen kommt. Hier ist der Suzuki mit sei­nem auto­ma­tisch zuschal­ten­den und auf meh­rere Betriebs­ar­ten ein­stell­ba­ren All­rad­an­trieb klar im Vor­teil. Den gibt es für den Nis­san zwar auch, aller­dings eben­falls nur für den stär­ke­ren Die­sel und damit für 4000 Euro mehr.

Fazit: Nis­san Qas­h­qai oder Suzuki SX4

Ein­deu­ti­ger kann ein Test-​Duell kaum aus­ge­hen. Der Nis­san ist in die­sem Ver­gleich die klar bes­sere Wahl und muss sich auch vor den Best­sel­lern in die­sem Seg­ment (Ford Kuga, Opel Mokka, VW Tiguan) nicht ver­ste­cken. Fürs glei­che Geld bie­tet der Qas­h­qai mehr Kom­fort, ein wohn­li­che­res Inte­ri­eur und die moder­nere Tech­nik als der Suzuki SX4. Der wie­derum kann eigent­lich nur mit dem seri­en­mä­ßi­gen All­rad­an­trieb punk­ten und emp­fiehlt sich damit vor allem gewohn­heits­mä­ßi­gen Anhänger-​Ziehern und Mit­tel– oder Hoch­ge­birgs­be­woh­nern, die den hohen Allrad-​Aufschlag beim Qas­h­qai scheuen.