Haustiere im Auto: Sicher reisen mit Hund, Katze und Co.

Ob Hund, Katze oder Vogel: Wenn Haustiere im Straßenverkehr unterwegs sind, hat das Thema Sicherheit oberste Priorität. Schließlich soll die Autofahrt für Herrchen, Frauchen und das Tier ein Vergnügen sein. Hier gibt’s Tipps für kurze Strecken und lange Urlaubsreisen.

Für viele Autofahrer ist es eine Selbstverständlichkeit, das eigene Haustier im Auto mitzunehmen. Manchem Vierbeiner oder Vogel fällt das leicht, andere wiederum packt beim Anblick der offenen Wagentür die pure Panik. Für Sie als Fahrer gilt es, gefährliche Situationen von vornherein auszuschließen, damit die Fahrt auf kurzen und langen Strecken reibungslos verläuft.

Dazu gehört es, Ihren tierischen Begleiter auf die Fahrt optimal vorzubereiten und ihn im Auto bestmöglich abzusichern. Zwar gibt es in Deutschland keine Anschnallpflicht für Tiere oder gesetzliche Vorschriften, welche die konkrete Form des Mitführens von Haustieren regeln. Allerdings gelten Tiere nach den Paragrafen 22 und 23 der Straßenverkehrsordnung verkehrsrechtlich als Ladung und müssen im Auto entsprechend gesichert werden. Bei Nichtbeachtung droht ein Bußgeld von mindestens 35 Euro, und im Falle einer konkreten Gefährdung müssen Sie mit 60 Euro und einem Punkt rechnen.

Die optimale Transportsicherung

Für Sie als Tierhalter bedeutet das, eine angemessene Transportsicherung bereitzustellen. Schließlich birgt es erhebliche Risiken für die Verkehrssicherheit, wenn Hunde, Katzen oder andere Tiere ungesichert an Bord sind. Schleudern sie beim abrupten Bremsen oder einem Unfall durch den Fahrzeuginnenraum, ist nicht nur das Tier, sondern auch der Mensch gefährdet. Außerdem kann die Kaskoversicherung eine Schadensübernahme ablehnen oder Ansprüche kürzen. Abhängig von Größe und Gewicht des Tieres und Art des Fahrzeugs bieten sich verschiedene sichere Unterbringungen an.

Für jedes Tier die passende Transportbox

Den besten Schutz für Tier und Insassen bieten Transportboxen, die an die Größe des Tieres angepasst und im Auto richtig positioniert werden müssen. Ihr Haustier hat darin sicheren Halt, kann nicht durchs Fahrzeug katapultiert werden und die Verletzungsgefahr ist auf ein Minimum reduziert.

Boxen für kleine Hunde und Katzen

Für kleine Hunde und Katzen optimal ist eine Transportbox, die sicher im Fußraum hinter dem Fahrer oder Beifahrer steht. Dort ist sie zwischen Rücksitzbank, Vordersitz und Mittelkonsolenverlängerung vor Verrutschen und Schleudern gut geschützt.

Boxen für mittelgroße Hunde

Für kleinere und mittelgroße Hunde gibt es stabile Metalltransportboxen mit Unterlegkeil für die Rücksitzbank in verschiedenen Größen. Sie sind mit einem speziellen Rückhaltesystem ausgestattet und werden mit dem Sitzgurt gesichert. Nicht empfehlenswert sind dagegen tragbare Transportboxen auf dem Rücksitz, auch wenn diese mit dem Sicherheitsgurt gesichert sind. Ihnen fehlt das Rückhaltesystem und damit der sichere Halt im Wagen.

Boxen für größere Hunde

Für größere Hunde sind im Kofferraum fest verschraubte Boxen sowie tragbare Transportboxen für den Laderaum ideal. Fest installierte Boxen bieten die größte Sicherheit, sorgen jedoch für einen dauerhaften Platzverlust im Kofferraum und sind in der Anschaffung am teuersten. Außerdem sind sie durch ihre auffällig dicken Stäbe von außen meist gut sichtbar und damit nicht nach jedermanns Geschmack. Deutlich flexibler sind Sie mit einer tragbaren Transportbox, die Sie jederzeit leicht aus dem Kofferraum entfernen können. Sie bietet einen sehr guten Schutz für Tier und Insassen, muss aber sorgfältig im Fahrzeug befestigt werden. Am besten wird die Box dazu quer zur Fahrtrichtung an die Rücksitzlehne geschoben und über Verzurrösen oder Kofferraumhaltesysteme fixiert. Ein zusätzliches Trenngitter zur Sitzbank macht die Sicherheit perfekt.

Hamster, Wellensittich & Co.

Am einfachsten ist das Sichern von Tieren, die ohnehin im eigenen Käfig sind, etwa Vögel oder Nagetiere. Im Kofferraum lässt sich der Käfig sicher befestigen, sodass nichts wackelt oder schwankt. Entfernen Sie vor der Fahrt spitze Gegenstände oder Spielzeuge. Auf die Rückbank oder den Beifahrersitz darf der Käfig nur, wenn er sich mit dem Gurt vernünftig fixieren lässt. Ein Trenngitter zwischen Rücksitzbank und Kofferraum eignet sich nur für große Hunde. Die Montage ist rasch erledigt und erfolgt in der Regel direkt an den Kopfstützen. Ihrem Tier steht während der Fahrt der gesamte Kofferraum als Bewegungsfläche zur Verfügung und das Ein- und Aussteigen geht besonders schnell. Allerdings hat Ihr Vierbeiner auch bei Verwendung einer zusätzlichen Schutzdecke oder Matte keinen festen Halt und kann bei ruckartigen Fahrbewegungen oder starkem Bremsen im Kofferraum rutschen. Außerdem besteht durch herumschleudernde Gepäckstücke Verletzungsgefahr.

Sind Anschnallgurte und Schutzdecken sicher?

Nicht empfehlenswert sind einfache Anschnallgurte mit Haken, die das Halsband von Hund oder Katze mit dem Gurtschloss auf der Rücksitzbank verbinden. Ihr Liebling wird damit nicht ausreichend fixiert und beim Bremsen wirkt alle Kraft auf das Halsband ein, das damit zur tödlichen Gefahr werden kann. Anschnallgurte sollten ebenso wie Schutzdecken, die verhindern, dass Ihr Hund vom Rücksitz aus in den Fußraum fallen kann, allenfalls für kurze Strecken genutzt werden. Besser schneiden Sicherheitsgeschirre mit breiten Gurten ab, die das Tier am gesamten Rumpf auf dem Rücksitz fixieren. Eine möglichst kurze Gurtlänge beugt Verheddern vor. Achten Sie auf stabile Metallverschlüsse und ein TÜV-Prüfzertifikat.

Das Tier ans Auto gewöhnen

Gleich für welches Sicherungssystem Sie sich entscheiden: Machen Sie Ihr Tier von Anfang an mit dem Autofahren vertraut. Schließlich sollen Sie und Ihr tierischer Begleiter sich unterwegs wohlfühlen und stressfrei ankommen. An Box oder Gurt können Sie Ihr Tier zu Hause in Ruhe gewöhnen. Klappt es im Auto nicht auf Anhieb, legen Sie zu Beginn nur kurze Strecken zurück. Wiederholte Trainingsfahrten einmal um den Häuserblock, bei denen es am Ende eine Belohnung gibt, machen das Autofahren zu einem schmackhaften und damit positiven Erlebnis. Die Länge der Strecke steigern Sie von Mal zu Mal.

Pausen für Mensch & Tier

  • Im Auto stets dabeihaben sollten Sie neben frischem Wasser auch ein paar Leckerlies.
  • Angemessene Pausen mit Bewegung durch Auslauf entspannen auf längeren Strecken Tier und Fahrer gleichermaßen.
  • Achten Sie auf eine ausreichende und vor allem zugfreie Klimatisierung: im Sommer nicht zu warm, im Winder nicht zu kalt.
  • Ganz wichtig: Lassen Sie Ihr Tier im Frühjahr und Sommer niemals alleine im Auto. Selbst auf einem Schattenparkplatz und bei leicht geöffnetem Fenster schnellt die Temperatur im Fahrzeuginneren rasch nach oben und wird zur tödlichen Falle.
  • Ungewohnte Situationen wie die hektische Lichtfolge bei einer Nachtfahrt oder Erschütterungen bei der Fahrt auf unebenem Grund können auch fahrerprobte Tiere in Panik versetzen. Dann ist es ratsam, wenn möglich kurz anzuhalten und Hund oder Katze zu beruhigen. Ein Wechsel der Strecke ist oft die einfachste Maßnahme für ungetrübtes Weiterreisen.
Tipp

Mit dem Tier im Ausland: Tipps für Urlaubsreisen

Bei Reisen mit dem Haustier ins Ausland gilt es, eine Reihe von Vorschriften zu beachten. Sie sollen in erster Linie verhindern, dass Krankheiten verbreitet werden. Innerhalb der EU müssen Hunde und Katzen mit einem Mikrochip eindeutig gekennzeichnet sein. Ferner ist im Ausland der EU-Heimtierausweis für Hunde und Katzen mit Angaben zum Tier und Unterschriften von ausstellendem Tierarzt und Tierhalter mitzuführen. Der Ausweis muss eine mindestens 21 Tage alte Tollwutschutzimpfung nachweisen.

Darüber hinaus gibt es innerhalb der EU landesspezifische Besonderheiten: So benötigen Sie für Reisen mit dem Hund nach Finnland, Großbritannien, Irland und Malta zusätzlich einen Nachweis über eine Wurmbehandlung, in Italien und Portugal ist ein Maulkorb mitzuführen und in Schweden müssen Tiere vor der Einreise beim Zoll angemeldet werden.

In Nicht-EU-Ländern gelten spezifische Regelungen. Es ist generell ratsam, sich vor Reiseantritt mit den jeweiligen Einreisebestimmungen der Zielregion und der Durchfahrtländer vertraut zu machen. Sie vermeiden dadurch böse Überraschungen bei der Einreise ins Gastland und auch bei der Rückkehr in Ihr Heimatland.

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