Neues Jahr, neue Gesetze: Das ändert sich 2019

Online-Zulassungen, Fahrverbote, höhere Lkw-Maut, Steuervorteile für Elektroautos: Das und mehr erwartet Autofahrer 2019

Eine Änderung erleben wir nahezu jedes Jahr aufs Neue. Zum Jahreswechsel ändern sich bei manchen Fahrzeugen die Typklassen in der Kfz-Versicherung.

In unserem E-Paper finden Sie eine Auswahl an Modellen mit niedrigeren und höheren Einstufungen als im Vorjahr.

Rund elf Millionen Fahrzeughalter müssen für 2019 aufgrund der Schadenentwicklung daher mit Beitragsänderungen rechnen, wobei sich die Zahl der positiven und negativen Bescheide in etwa die Waage halten wird.

Nach Auskunft des Gesamtverbands der deutschen Versicherer (GDV) werden 5,4 Millionen Autofahrer von günstigeren Typklassen profitieren, für knapp 5,7 Millionen Fahrzeuge gelten künftig höhere Einstufungen.

Online-Zulassungen

Völlig neu dagegen ist eine Regelung, die vielen Autobesitzern Zeit und Mühen ersparen dürfte: Die Möglichkeit, Fahrzeuge über das Internet abzumelden und im Bereich der gleichen Zulassungsstelle wieder anzumelden, gibt es schon seit 2015.

Ab dem nächsten Jahr können auch Erstzulassungen und Ummeldungen von Fahrzeugen digital erledigt werden – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass der Halter über einen Personalausweis mit aktivierter Online-Funktion verfügt. Ein genauer Starttermin für das Verfahren steht allerdings noch nicht fest, da der Bundesrat der Verordnung des Verkehrsministeriums noch nicht zugestimmt hat.

E-Sound wird zur Pflicht

Ab dem 1. Juli 2019 werden neu zugelassene Elektroautos nicht mehr lautlos dahinrollen dürfen. Laut einer EU-Verordnung müssen Fahrzeuge mit Elektroantrieb dann mit einem akustischen Warnsystem ausgestattet sein und bei Geschwindigkeiten bis zu 20 km/h ein Geräusch aussenden, das dem von Verbrennungsmotoren ähneln soll.

Darüber hinaus soll ein Unterschied zwischen Beschleunigen und Abbremsen hörbar sein, um Fußgänger und Radfahrer vor der herannahenden Gefahr zu warnen.

Die europäische Regionalkommission der Vereinten Nationen hat dazu einen Soundvorschlag unterbreitet.

Steuervorteile für E-Autos

Den Bundesrat passieren muss auch noch die steuerliche Begünstigung von elektro- oder hybrid-getriebenen Dienstwagen mit privater Nutzung. Während Arbeitnehmer ihren Dienstwagen bislang monatlich mit einem Prozent des Listenpreises versteuern mussten, soll für E-Fahrzeuge, die im Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2021 angeschafft oder geleast werden, nur noch der halbierte Steuersatz von 0,5 Prozent gelten.

Der Bundesrat hat die Regelung zwar grundsätzlich begrüßt, die Bundesregierung aber aufgefordert, auch Fahrräder und Pedelecs in die Regelung aufzunehmen.

Abgastest auf der Straße

Zusätzlich zum neuen Verbrauchs-Messzyklus WLTP wird ab dem 1. September 2019 ein Realtest auf der Straße für alle Neuwagen obligatorisch.

Beim sogenannten RDE-Test (für Real Driving Emissions) werden die Grenzwerte für Stickoxide und Partikelmenge mit einem PEMS-Messgerät (Portable Emission Measurement System) unter realistischen Bedingungen überprüft.

Durchgeführt werden die Tests von den einschlägigen Prüforganisationen, darüber hinaus wird das Kraftfahrt-Bundesamt offizielle Nachmessungen bei bereits ausgelieferten Kundenfahrzeugen vornehmen. Mit dem neuen Testverfahren sollen betrügerische Manipulationen in Form von Abschalteinrichtungen künftig verhindert werden.

Neue Fahrverbote

In Stuttgart wird es ernst: Ab dem 1. Januar 2019 gilt im gesamten Stadtgebiet ein Fahrverbot für sämtliche Diesel-Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 4 oder schlechter.

Anfangs gilt das Verbot nur für Fahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen, ab dem 1. April werden auch Fahrzeuge mit Stuttgarter Nummernschild ausgesperrt. Ausnahmen gelten lediglich für Taxis, Reisebusse und Einsatzfahrzeuge.

Auch Frankfurt muss nach aktuellem Stand ab dem 1. Februar entsprechende Maßnahmen ergreifen: Laut einem Gerichtsurteil dürfen Diesel ab Euro 4 und Benziner mit Euro 1 oder 2 nicht mehr in die Umweltzone einfahren, die die gesamte Innenstadt umfasst. Dasselbe gilt ab September auch für Euro-5-Diesel.

Für die Rhein-Metropolen Köln und Bonn wird es ab 1. April ebenfalls streckenbezogene Fahrverbote für ältere Dieselautos geben – und Entscheidungen für weitere Städte stehen noch aus. Mit mehr Fahrverboten 2019 muss also bundesweit gerechnet werden.

Höhere Lkw-Maut

Für die Lkw-Maut gelten ab dem 1. Januar neue Tarifsätze, bei deren Erhebung erstmals auch die Lärmbelastung berücksichtigt wird. Damit sollen künftig jährlich 7,2 Milliarden Euro in die Bundeskasse gespült werden, etwa 2,5 Milliarden Euro mehr als bisher.

Ein Einführungsdatum für die nach wie vor in Planung befindliche Pkw-Maut dagegen steht noch nicht fest. Eine Anfrage beim Bundesverkehrsministerium ergab lediglich, dass „in jedem Fall noch in dieser Legislaturperiode“ (bis 2021, d. Red.) mit ihr zu rechnen ist.

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