Cabrios für jeden Geschmack: Smart Cabrio, Fiat Spider & VW Beetle

Vorzugsweise durch die Stadt, gern auf Landstraßen oder am liebsten über die Autobahn? Wir stellen drei neue Cabrios mit ganz speziellen Stärken vor: Fiat 124 Spider, Smart Cabrio und VW Beetle Cabrio.

Smart Cabrio: Der Kleinste für kleines Budget

Das neue Smart Cabrio ist mit einem Grundpreis von ca. 15 200 Euro nicht nur das billigste Cabrio-Modell auf dem Markt, sondern auch das kleinste. Doch ein 2,70 Meter kurzes Auto beinhaltet zwangsweise ein paar Defizite. Das beginnt beim Design: Die platte Nase trifft ebenso wenig wie das unvorteilhafte Verhältnis zwischen Länge und Höhe jedermanns Geschmack. Problematisch ist auch das Heck, wo sich der Kofferraum den Platz hinter den Sitzen mit dem ebenfalls im Heck untergebrachten Motor teilen muss und entsprechend klein ausfällt.

Pragmatisch & praktisch

Noch enger wird es dort, wenn der Smart zum Voll-Cabrio umgebaut wird. Denn während das Stoffdach elektrisch nach hinten fährt, müssen zwecks grenzenloser Kopffreiheit danach noch die beiden Dachholme demontiert und im Gepäckabteil verstaut werden. Den maximal zwei Insassen dagegen bietet der Smart überraschend viel Platz sowie ein fröhlich und unkonventionell gestyltes Cockpit, allerdings nur wenig Komfort. Hart gepolsterte Sitze, kurzer Radstand und eine entsprechend nervöse Federung, laute Windgeräusche bei geschlossenem Dach sowie das rachitisch schnatternde Motörchen machen das Bonsai-Cabrio nicht gerade zur Wellness-Oase. Doch im Stadtverkehr kommt der Kleine trotzdem ganz groß raus: 90 PS reichen dem 900-Kilo-Floh locker für schnelle Ampelstarts, der kleine Wendekreis macht ihn zu einem Wunder an Handlichkeit – und die kurze Karosse passt in fast jede Parklücke. 

Fiat 124 Spider: die Basis stammt von der Konkurrenz

Der Fiat 124 Spider bildet schon optisch einen krassen Kontrast zum Smart: Er ist so flach, wie es sich für einen richtigen Roadster gehört – und er ist ein absoluter Hingucker. Obwohl er auf der modernen technischen Basis des Mazda MX-5 gründet, haben ihm die Fiat-Designer ein Outfit geschneidert, das Anklänge an den 1965 von Pininfarina gestylten Namensgeber weckt, ohne dabei verkrampfte Retro-Assoziationen zu bemühen. Stilsichere Eleganz kennzeichnet auch das Cockpit, doch die Schönheit geht stark zu Lasten des praktischen Nutzens: Unter dem Kofferraumdeckel versteckt sich nur ein besseres Handschuhfach, das gerade mal eine – und möglichst nicht zu große – Reisetasche beherbergt. Dafür entschädigt er mit dem vom Maz da bekannten und grandios simplen Klappverdeck: Ein Griff – und die Stoffmütze verschwindet ohne elektrische Nachhilfe, die bei Beetle und Smart zwar serienmäßig ist, aber Gewicht kostet und eine höhere Defektanfälligkeit mit sich bringt.

Turbo-Motor von Fiat: kann schnurren und knurren

Unter der Motorhaube gibt sich der Fiat wieder höchst eigenständig: Denn hier werkelt kein klassischer Sauger wie im Mazda, sondern ein Turbo-Aggregat aus dem Turiner Großserien-Regal, das schon bei niedrigen Drehzahlen ordentlich Leistung an die Hinterachse liefert und sich damit problemlos schaltfaul fahren lässt. Doch bei Bedarf kann der 124 Spider auch anders: Wer das Gaspedal durchtritt, erlebt neben kernigem Sound eine sportwagenmäßige Beschleunigung, die im Verbund mit der gelungenen Kombination aus niedrigem Gewicht, straffer Federung, präziser Lenkung und knackiger Schaltung vor allem auf gewundenen Landstraßen jede Menge Fahrspaß garantiert. Etwa 25 000 Euro muss man für den Spiter in der Grundausstattung auf den Tisch legen.

VW Beetle: Ein Golf im Nostalgie-Outfit

Aus ganz anderem Holz wiederum ist das Beetle Cabrio geschnitzt – und das bezieht sich nicht nur auf das nostalgische Design des Käfer-Wiedergängers. Denn unter dem rundlich gepressten Blech steckt keine Sportwagen-Technik, sondern die brave Plattform des Golf VI. Doch das muss ja nichts Schlimmes bedeuten – im Gegenteil: Frontantrieb und langer Radstand erlauben sogar eine Sitzbank im Fond und damit die Mitnahme von drei Passagieren. Ob sich die Rückbänkler bei höheren Geschwindigkeiten und dem daraus resultierenden Fahrtwind noch wohlfühlen, steht auf einem anderen Blatt. Unstrittig dagegen ist, dass es im Innenraum deutlich komfortabler zugeht als im Smart und im Fiat: Voluminöse, weich gepolsterte Sitze sowie das perfekt sitzende und gut gedämmte Stoffdach prädestinieren den Beetle auch zur Bewältigung längerer Strecken.

Beetle-Fahrgefühl: souverän, aber nicht wirklich sportlich

Als Problemzone erweist sich auch hier der Kofferraum, der sich nur durch eine kleine Klappe be- oder entladen lässt: Zudem ist sein Volumen auf 200 Liter limitiert, aber immerhin birgt die Rückbank noch Zuladepotenzial. Hilfreich ist das vor allem bei geschlossenem Dach, denn dann beansprucht die zwar faltbare, aber immer noch sperrige Dachpersenning schon locker die Hälfte des Ladevolumens. Im Fahrbetrieb verstärkt der flüsterleise und durchzugsstarke TSI-Motor, der selbst auf der Autobahn kaum zu hören ist, den komfortablen Gesamtcharakter des Beetle ebenso wie das sanft federnde Fahrwerk, das den Fahrer eher zum Cruisen als zum Rasen animiert. Aber ein Cabrio muss ja nicht zwangsläufig auch ein Sportwagen sein ... Mit knapp 27 000 Euro Grundpreis darf man den VW Beetle Cabrio sein Eigen nennen.

Fazit

Für jeden das passende Cabrio

Drei Autos, drei Charaktere: Wer ausschließlich im urbanen Raum die dort leider nicht allzu saubere Luft in vollen Zügen atmen will, ist mit dem Smart bestens und noch relativ preisgünstig bedient. Ausgeprägt sportliche Naturen, die mit viel Herz und wenig Gepäck an den Start gehen, dürften sich im 124 Spider am wohlsten fühlen. Mit den besten Allround– Qualitäten aber glänzt – der Golf lässt grüßen – der Beetle. Er braucht zwar deutlich längere Parklücken als der Smart und wetzt nicht so freudig um die Ecken wie der Fiat, bietet dafür aber die höchste Alltagstauglichkeit.

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