Aktuelle E-Autos: Was die neuen Modelle können

Neue Modelle, bessere Akkus und kostenlose Mietwagen: Die Verkaufszahlen für Elektroautos steigen nach Bemühungen der Autohersteller derzeit deutlich an. Aber was können aktuelle Modelle wirklich leisten? Der ACV hat sich das Angebot an E-Autos genauer angesehen.

Die Elektromobilität in Deutschland kommt ins Rollen: „Zuwachsrate im Mai bei 178 Prozent“, meldete der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) – und auch die Zulassungsstatistik für das gesamte erste Halbjahr weist 2017 im Vergleich zum Vorjahr eindeutig nach oben: 37.520 Hybrid-Pkws (+81,8 Prozent), darunter 12.264 Plug-in-Hybride (+100,3 Prozent) und 10.189 Elektro-Pkws (+133,9 Prozent) belegen den positiven Trend zu alternativen Antrieben.

Absolut betrachtet ist das nicht schlecht, doch in Relation zum Gesamtmarkt wirkt es immer noch kümmerlich: Der Anteil der E-Autos an den Neuzulassungen beträgt gerade mal ein Prozent – und das trotz des Umweltbonus, den bislang gerade mal 20.000 Käufer beantragt haben. Aber immerhin: Bis Ende Mai wurden mit 17.763 Einheiten mehr als doppelt so viele Elektro-Pkws neu zugelassen als im Vorjahreszeitraum.

 

Effizientere Batterien erhöhen die Reichweite

Das zunehmende Kaufinteresse dürfte auch aus den immer leistungsfähigeren Energiespeichern resultieren: Schließlich bildet neben den hohen Preisen und der nach wie vor dürftigen Verbreitung von Ladestationen die Reichweitenangst das meistzitierte Manko der Elektroautos – und die lässt sich dank immer effizienter werdender Batterien bei zahlreichen neuen Modellen beträchtlich dämpfen. Wie etwa beim Renault Zoe: Das derzeit mit Abstand meistgekaufte Elektroauto in Deutschland ist optional mit einer neu entwickelten Batterie erhältlich, die mit einer Kapazität von 41 kWh die theoretische Reichweite des Basismodells auf bis zu 400 Kilometer verdoppelt, ohne gleich das Doppelte zu kosten: Die bei Renault übliche Batterie-Miete erhöht sich durch den leistungsfähigeren Akku lediglich um 10 Euro pro Monat.

VW leiht Elektro-Kunden kostenlos ein Urlaubsauto

Bei VW geht es ebenfalls voran: Die zweite Generation des e-Golf ist mit einer Batterie bestückt, die auf gleichem Bauraum deutlich mehr Strom speichert: Ihr Energiegehalt von 35,8 kWh reicht im Normbetrieb für einen Aktionsradius von 300 Kilometern, in der Praxis lassen sich locker Distanzen von mehr als 200 Kilometern ohne Nachladen bewältigen, wobei das im günstigsten Fall recht schnell geht: Per CCS (Combined Charging System) mit 40 kW Ladeleistung gewinnt der leere Akku innerhalb von 45 Minuten 80 Prozent seiner Kapazität zurück.

Zusätzliche Kaufanreize setzen die Wolfsburger unter dem Stichwort „Ergänzungsmobilität“: Käufer eines e-Golf oder e-Up erhalten in den ersten zwei Jahren ab der Erstzulassung für bis zu 30 Tage pro Jahr kostenlos einen benzin- oder dieselgetriebenen Mietwagen nach Wahl aus dem VW-Programm (Ausnahme: Touareg) und können beispielsweise mit einem Passat Variant in den Urlaub fahren, während der Stromer daheim in der Garage steht.

Neuigkeiten gibt es auch bei Smart: Als weltweit einziger Autohersteller kann sich der Daimler-Ableger damit rühmen, seine komplette, allerdings auch sehr übersichtliche Modellpalette wahlweise mit Verbrenner- oder Elektromotoren anzubieten. Fortwo, Fortwo Cabrio und Forfour sind in der Electric-Drive-Version mit einer 17,6 kWh starken Batterie bestückt, die im Normalbetrieb mehr als 100 Kilometer Reichweite erlaubt und damit zumindest für den innerstädtischen Betrieb völlig ausreichend ist.

Ampera: theoretisch gut, aber praktisch schwer zu kriegen

Sehr theoretischer Natur ist dagegen die offiziell angegebene Reichweite von 520 Kilometern des neuen Opel Ampera, den die Rüsselsheimer vollmundig unter dem Motto „Elektromobilität für alle“ preisen. Tatsächlich dürfte man mit der in 288 Lithium-Ionen-Zellen gespeicherten Energie von 60 kWh bei moderater Fahrweise zwar relativ stolze 400 Kilometer weit kommen.

Doch ob wirklich „alle“ 39 300 Euro für einen Ampera übrig haben, steht ebenso zu bezweifeln wie die Verfügbarkeit entsprechender Stückzahlen. Die bevorstehende Übernahme von Opel durch die französische PSA-Gruppe scheint den Noch-Mutterkonzern General Motors nicht sonderlich zu motivieren, größere Kontingente aus der Produktion im US-Bundesstaat Michigan nach Europa zu exportieren. Bezüglich fester Kaufverträge und zu erwartender Lieferzeiten hüllt sich die Opel-Zentrale jedenfalls in vielsagendes Schweigen.

Tesla: angeblich 400 000 Vorbestellungen für das Model 3

In Geduld üben müssen sich wohl auch die Interessenten an der mit Spannung erwarteten Neuerscheinung aus dem Hause Tesla: Obwohl die Produktion des Model 3 (versprochene Reichweite: mindestens 350 Kilometer) Mitte Juli angelaufen ist, steht bislang nicht fest, wann und zu welchem Preis die ersten Exemplare des neuen Modells auf den deutschen Markt rollen.

Für die Fließheck-Limousine, die in den USA 35 000 Dollar kostet, liegen laut Tesla bereits rund 400 000 Vorbestellungen vor. Zu deren Abarbeitung will Firmenboss Elon Musk die Produktion drastisch aufstocken: Während Tesla 2016 lediglich 84 000 Autos baute, soll die Produktion im kommenden Jahr auf 500 000 Einheiten hochgefahren werden.

ACV Vorteil

e-drive Ladekarte kostenlos für ACV Mitglieder

Mit dem ACV jagt Ihnen ein sinkender Akkustand im Elektroauto keinen Schrecken mehr ein. Der ACV stellt seinen Mitgliedern auf Wunsch die kostenlose e-drive Ladekarte von The New Motion zur Verfügung. Damit haben Sie Zugang zu 50.000 Ladestationen in ganz Europa – unabhängig vom Stromanbieter. Und wenn sich unterwegs die Batterie des Elektroautos dem Ende neigt: Per Klick in die ACV Co-Pilot App erhalten Sie eine schnelle Übersicht aller Ladestationen in Ihrer Nähe mit Preisangaben. Weitere Infos zur e-drive Ladekarte finden Sie hier.

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