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Neue Regeln: Was sich 2018 für Autofahrer ändert

Höhere Steu­ern für Neu­wa­gen, eCall, Hal­ter­haf­tung bei Win­ter­rei­fen: Im neuen Jahr kom­men wie­der einige Ände­run­gen auf die Auto­fah­rer zu. Wir geben einen Über­blick zu den wich­tigs­ten Neue­run­gen und erwar­te­ten Ent­schei­dun­gen im Jahr 2018.

2018_ArtikelbildNeue Ver­si­che­rungs­klas­sen

Wie in jedem Jahr wur­den auch für 2018 die Typ– und Regio­nal­klas­sen in der Haft­pflicht­ver­si­che­rung anhand der aktu­el­len Scha­dens­bi­lanz neu berech­net. Nach der neuen Regio­nal­sta­tis­tik des Gesamt­ver­bands der Deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft (GDV) pro­fi­tie­ren davon im nächs­ten Jahr knapp 5,5 Mil­lio­nen Auto­fah­rer durch die Ein­stu­fung in nied­ri­gere Regio­nal­klas­sen, 3,6 Mil­lio­nen Fahr­zeug­hal­ter wer­den höher ein­ge­stuft. Für die übri­gen 31 Mil­lio­nen Haft­pflicht­ver­si­cher­ten ändern sich die Regio­nal­klas­sen nicht.

Beson­ders gute Scha­dens­bi­lan­zen erga­ben sich dabei für Auto­fah­rer in Bran­den­burg, Mecklenburg-​Vorpommern, Nie­der­sach­sen und Schleswig-​Holstein. Hohe Regio­nal­klas­sen gel­ten vor­nehm­lich in Groß­städ­ten und in Tei­len Bay­erns.

Bei den Kasko-​Versicherungen sowie bei der Typklassen-​Einstufung erga­ben sich nur geringe Ände­run­gen.

Endrohrmessung

Rea­lis­ti­schere Abgas­un­ter­su­chung

Im Nach­hall des VW-​Abgasskandals sehen TÜV & Co. bei der Haupt­un­ter­su­chung künf­tig genauer hin – und zwar in den Aus­puff. Die Funk­tion der Abgas­rei­ni­gung wird ab Jah­res­be­ginn nicht mehr wie bis­her über den On-​Board-​Diagnosestecker, son­dern mit­tels einer Sonde direkt im Aus­puf­fen­d­rohr über­prüft.

Damit sol­len Defekte und even­tu­elle Mani­pu­la­tio­nen bes­ser erkannt wer­den.

ms reifenM+S-Reifen lau­fen aus

Ein ech­ter Gummi-​Paragraph: Offi­zi­ell sind Win­ter­rei­fen, die aus­schließ­lich mit dem M+S-Schriftzug gekenn­zeich­net sind, ab dem 1. Januar nicht mehr zuläs­sig. Trotz­dem muss sich nie­mand vor­zei­tig von sei­nen alten Win­ter­rei­fen tren­nen: Die Nut­zung von M+S-Reifen, die vor dem 31. Dezem­ber 2017 her­ge­stellt wur­den, ist noch bis zum 30. Sep­tem­ber 2024 erlaubt. Ab 2018 gefer­tigte Win­ter­rei­fen müs­sen künf­tig durch das Pik­to­gramm mit dem sti­li­sier­ten Berg­gip­fel und der inte­grier­ten Schnee­flo­cke (Alpine-​Symbol) gekenn­zeich­net sein.

Hal­ter­haf­tung bei Win­ter­rei­fen

Wenn ein Fahr­zeug unter win­ter­li­chen Bedin­gun­gen nicht mit geeig­ne­ten Rei­fen unter­wegs ist, wird künf­tig nicht nur der Fah­rer bestraft: Ab 2018 muss neben dem Fahr­zeug­len­ker auch der Hal­ter mit einer Geld­buße von min­des­tens 75 Euro sowie einem Punkt im Flens­bur­ger Fahr­eig­nungs­re­gis­ter rech­nen.

Urteil zu Fahr­ver­bo­ten

Am 22. Februar wird beim Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Leip­zig der Rechts­streit zwi­schen der Deut­schen Umwelt­hilfe und dem Land Nordrhein-​Westfalen zur Ver­hän­gung eines Diesel-​Fahrverbots in Düs­sel­dorf ver­han­delt. Dabei soll geklärt wer­den, ob sol­che Fahr­ver­bote nach gel­ten­dem Recht über­haupt zuläs­sig sind.

Das Urteil dürfte Signal­wir­kung auf die künf­tige Ver­fah­rens­weise in ande­ren Groß­städ­ten haben.

eCall: auto­ma­ti­sches Not­ruf­sys­tem

Alle ab dem 1. April 2018 in Europa neu typ­ge­neh­mig­ten Pkws müs­sen mit dem auto­ma­ti­schen Not­ruf­sys­tem eCall aus­ge­stat­tet sein. Das Sys­tem besteht aus einem Mobilfunk-​Modem, einem GPS-​Empfänger und diver­sen Sen­so­ren. Kommt es zu einem Unfall, bei dem min­des­tens ein Air­bag aus­ge­löst wurde, sen­det eCall auto­ma­tisch einen Not­ruf, über­mit­telt Daten wie etwa den Stand­ort, Fahr­zeug­typ, Kraft­stoff sowie die Anzahl der Per­so­nen im Fahr­zeug und baut eine Sprech­ver­bin­dung zur Not­ruf­zen­trale auf.

Die EU geht davon aus, mit die­ser Tech­nik für schnel­lere Hil­fe­leis­tung zu sor­gen und so die Zahl der Ver­kehrs­to­ten in Europa um zehn Pro­zent zu redu­zie­ren. Die Her­stel­ler sind ver­pflich­tet, eine Daten­über­mitt­lung nur im Falle eines Unfalls zuzu­las­sen und keine wei­te­ren Daten zu erfas­sen.

Welche Kfz-Versicherung

Neu­wa­gen: höhere Steu­ern

Die Höhe der Kfz-​Steuer errech­net sich auch nach dem 1. Sep­tem­ber wei­ter­hin nach Hub­raum und CO2-​Ausstoß. Bei Neu­wa­gen, die ab die­sem Stich­tag erst­mals zuge­las­sen wer­den, wer­den Ver­brauch und Emis­sio­nen aber künf­tig anders ermit­telt. Die Basis für die Berech­nung bil­det dann der neue WLTP-​Prüfstandstest, bei dem der Ver­brauch unter deut­lich rea­lis­ti­sche­ren Bedin­gun­gen gemes­sen wird.

Die Ver­brauchs­werte wer­den nach Ein­schät­zung von Exper­ten um rund 15 bis 20 Pro­zent höher aus­fal­len – und damit auch höhere Steu­er­zah­lun­gen nach sich zie­hen.

Spar­tipp: Wer ohne­hin den Kauf eines Neu­wa­gens anpeilt, kann mit die­sem Wis­sen Steu­ern spa­ren. Für Autos, die bis zum 31. August zuge­las­sen wer­den, gel­ten wei­ter­hin die alten Steu­er­sätze.

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