Vernetzung von Bahn, Fahrrad und Auto

Bei der Verkehrswende nimmt die Bahn zweifellos eine Schlüsselrolle ein. Wenn der stetig wachsende Mobilitätsbedarf der Menschen nicht zu immer mehr Autoverkehr führen soll, muss die Bahn aber ein attraktives Alternativangebot darstellen.

Viele Pendler, die bislang auf das Auto angewiesen sind, ziehen einen Umstieg auf die Bahn in Betracht . Schließlich steht niemand gerne im Stau oder sucht freiwillig stundenlang nach einem Parkplatz. Doch die Bahn ist als Alternative häufig schlicht zu unattraktiv. Ein Problem liegt in der mangelhaften Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln. So sollte beispielsweise an großen Bahnhöfen grundsätzlich die Möglichkeit bestehen auf das Fahrrad umzusteigen. Gegenwärtig besteht hier leider sehr großer Nachholbedarf.

Am Beispiel der Stadt Aachen lassen sich die Ursachen ablesen: Bereits in den 90er Jahren wurde ein Bedarf von 1500 Fahrradparkplätzen am Hauptbahnhof ermittelt. Eine Planung sah daraufhin ein Fahrradparkhaus mit 560 Stellplätzen vor inklusive Erweiterungsoption für 800 zusätzliche Stellplätze. Nach der Kommunalwahl wurde das Projekt allerdings nicht weiterverfolgt. Stattdessen entstand eine Radstation, die von 2008 bis 2016 lediglich 160 Stellplätze bot. Aktuell müssen Radfahrer auf Grund einer Baumaßnahme mit einem unzureichenden Provisorium leben. Große Mengen wild abgestellter Fahrräder im direkten Umfeld des Bahnhofes bestimmen das Bild. Ein neues Fahrradparkhaus mit 400 Stellplätzen befindet sich zwar im Bau, wird aber zum Zeitpunkt der geplanten Eröffnung im Jahr 2022 bereits zu klein sein. Immerhin besteht die Hoffnung, dass im Rahmen einer geplanten Umgestaltung des südlichen Zugangs zum Bahnhof ein weiteres Fahrradparkhaus entsteht.

Das Beispiel Aachen zeigt, dass die Versäumnisse der Vergangenheit den Umstieg vom Auto auf die Bahn noch viele Jahre erschweren werden. Mit dem jüngsten Aachener Radentscheid ist der politische Wille zur Veränderung zwar mittlerweile da, die planerische und bauliche Umsetzung der notwendigen Maßnahmen geht jedoch viel zu langsam. Dringend nötig wäre ein Kraftakt von Bahn und Kommunen, um Auto, Bahn und Fahrrad zügig zu vernetzen. Gemeinsam mit seinem Partner Allianz pro Schiene e.V. fordert der ACV in diesem Zusammenhang den systematischen Ausbau von Fahrradabstellanlagen an Bahnhöfen sowie die Schaffung ausreichender Park&Ride-Plätze für Autofahrer.

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